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Artikel der Kategorie März, 2010

Präventiver Rat – Ich war dabei

März 08, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Jugend, StattVerwaltung/ StattRat 1 Kommentar →

Ein subjektiver Erlebnisbericht

Im Januar erfuhr ich zufällig vom Bestehen eines Präventiven Rates in Dippoldiswalde. Da Prävention mit „zuvorkommen“ oder „verhüten“ übersetzt werden kann, machte mich diese Einladung neugierig. Dass es nicht um Winterreifen als Prävention gegen Straßenglätte oder um Verhütung gegen ungewollte Schwangerschaften gehen konnte, zeigte mir die Tagesordnung des Abends relativ schnell:
Die Jugend bereitet Probleme, man will etwas tun.

Mich überraschte die Anzahl der Besucher des Abends. Bürgermeister, zwei Stadträte, Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Polizei, Leute vom Pro Jugend e.V. und verschiedene Bürger aus Dippoldiswalde traf man an. Zirka 17 Personen diskutierten über Jugendliche, die sich diesen Abend wohlweislich geschenkt hatten.

Ein smarter älterer Herr, der sich bis zuletzt nicht vorstellte, leitete die Versammlung. Er übergab das Wort an unseren Oberbürgermeister, der erst einmal sein Unverständnis über die nicht anwesenden Jugendlichen äußerte. Im nächsten Satz erwähnte er, dass sich der Stadtrat bis jetzt aber auch noch nicht mit der Arbeit des Präventiven Rates auseinandergesetzt hatte.

Bei einem konspirativen Gespräch mit meinem Nachbarn erfuhr ich, dass der Präventive Rat früher die Vorsilbe „Kriminal-„ hatte. Da es aber in Dippoldiswalde keine außergewöhnliche Jugendkriminalität gebe, wurde dies im Namen einfach weggelassen.

Nun kamen verschiedene Bürger zu Wort. Zumeist wohnten sie in der Nähe des alten Stadtbades am Rölligteich. Meine nächste Erkenntnis: In Dippoldiswalde gibt es ein Blitzgeschwader. Dies soll eine Jugendgruppe sein, die nicht nur Krach, sondern auch sonst noch Probleme macht. Der Bürgermeister konnte dies bestätigen. Und obwohl er keinen Ansprechpartner kannte, darf das „Blitzgeschwader“ städtische Räume am alten Stadtbad nutzen. Selbst nach einem Brand in der Immobilie besteht weiterhin eine Nutzungsmöglichkeit.

„Ob es denn keine Nutzungsvereinbarung gäbe, die feste Regeln für die Mietsache beinhalte?“ Diese mehrfach gestellte Frage wurde an dem Abend nicht beantwortet. Viele positive Worte gab es für das „Blitzgeschwader“ nicht, bevor Heiko Grummt von Pro Jugend das Wort ergriff. Er erklärte, dass es in dieser Gruppierung doch Verantwortliche und auch eine Struktur gäbe. Außerdem nahm er die Jugendlichen in Schutz: Zur Verfügung gestellte Baumaterialien wurden schnell und verantwortungsvoll verarbeitet. Leider wurden aber mehrfach Zusagen der Stadtverwaltung zur Instandsetzung der Räumlichkeiten nicht eingehalten. Die Heranwachsenden seien frustriert über die Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen im Rathaus.

Der Bürgermeister bestätigte dies mit Verweis auf eine Haushaltsperre im Rathaus. Vielleicht sei im Mai 2010 Geld für den Jugendklub übrig.

Nun wollte ich mich auch an der Diskussion beteiligen und fragte an, warum es keine klare Linie bei der Jugendarbeit in der Stadt Dippoldiswalde gibt. Verschiedene Jugendklubs, selbst welche, die den Alkoholmissbrauch im Namen führen, wurden in den letzten 10 Jahren finanziell oder durch Sachleistungen „gefördert“. Die Chance auf ein Familien- Jugend-und Freitzeitzentrum am ehemaligen Behälterbau – das Geld hierfür wurde bereits in Aussicht gestellt – haben unsere Stadtväter in dieser Zeit leider leichtfertig versemmelt.
Und: Mit dem Ausschuss für Kultur, Jugend, Schule, Sport und Tourismus gibt es ja bereits ein Gremium für Jugend- und Freizeit-Probleme, warum wird dort nicht öffentlich diskutiert?

Diese Kritik, gepaart mit verschiedenen Vorschlägen, schien jedoch dem mir noch immer unbekannten Versammlungsleiter nicht zu gefallen, er würgte das Thema ab. Stattdessen wollte er lieber einen Grillplatz bzw. Treffpunkt im Stadtgebiet von Dipps besprechen. Mit Hinweis auf die fortgeschrittene Stunde wurde dann der Abend relativ schnell beendet. Der Versammlungsleiter bestätigte noch einmal, dass es den (Kriminal-)Präventiven Rat schon seit über einem Jahr gebe, und bisher noch kein konkretes Ergebnis vorgelegt werden konnte. Und der Bürgermeister grantelte, dass sich die Jugendlichen nicht in der Stadt oder beim Stadtfest engagieren.

Das nächste Treffen werde es mit dem Herrn Oberstaatsanwalt Andreas Feron aus Dresden! im März geben. Die neue Tagesordnung stand bereits hier in der StattZeitung. Ob Jugendliche auf diese Themen Bock haben? Ich für meine Person werde dieses ergebnisoffene Gremium zukünftig meiden.

PS: Der Name des Versammlungsleiters lautete Kurt Reichel. Dies ergab eine investigative Nachfrage nach seiner Mail-Adresse. Er kandidierte erfolglos auf der Liste der SPD bei der letzten Stadtratswahl im vergangenen Jahr, zeigte mir ein Faltblatt dieser Partei.
PPS: Eine Gruppierung von Jugendlichen, die sich den inhaltsschweren Namen BVL (= BierVernichtungsLager) gegeben haben, nutzen noch immer städtische Räume im Gebäude der MittelSCHULE!

Aus dem Polizeibericht

März 08, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Polizeibericht Kommentare deaktiviert

Schwelbrand in Vierseitenhof
Ort: Reinholdshain, Kreischaer Straße
Zeit: 07.03.2010, 18.44 Uhr
In einem Vierseitenhof an der Kreischaer Straße kam es gestern Abend zu einem Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung. Die Feuerwehr löschte diesen schnell ab. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Mieter der Wohnung mussten vorerst eine Ersatzwohnung beziehen. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt. Zur Brandursachenermittlung setzt die Polizei Kriminaltechniker ein.

Präventiver Rat tagt am 29.3. in Malter

März 08, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Der Stadtrat (berichtet), Jugend, Veranstaltungen 1 Kommentar →

Entgegen der Planung soll die nächste Zusammenkunft des Präventiven Rates mit Herrn Oberstaatsanwalt Andreas Feron nicht im Sitzungsaal der Großen Kreisstadt Dippoldiswalde, sondern in den Räumen des Jugendclubs Malter, Dippoldiswalder Str. 6 ( zwischen Bootshaus und FFW Malter), 01744 Dippoldiswalde, OT Malter stattfinden.

Und hier die entsprechend geänderte Einladung:

Auch die nächste Sitzung des präventiven Rates am Montag, dem 29. März 2010, 19:00 Uhr in den Räumen des Jugendclubs Malter, Dippoldiswalder Str. 6 (zwischen Bootshaus und FFW Malter),
01744 Dippoldiswalde, OT Malter

ist öffentlich. Zur Sitzung ist Herr Oberstaatsanwalt Andreas Feron eingeladen.Folgende Themen sind vorgesehen:
Umgang mit bestehenden Gesetzen ( Bemühen der Justiz bei „dumme Jungen” Streichen)

  • Der Instanzenweg ist bei Bagatellfällen lang und beschwerlich
  • Wie können Satzungen der Stadt rechtlich durchgesetzt werden?
  • Gibt es Möglichkeiten zu Sofortmaßnahmen?
  • Wie sieht das Jugendstrafrecht den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit?
  • Lohnt sich Zivilcourage?
  • Wer ist für „Straftaten” zuständig und wann handelt es sich um eine Straftat?
  • Gesellschaftliche Verantwortung, wie in Strafrecht umzusetzen?
  • Vorbeugen statt Verurteilen, aber wie?

Erhöhte Heizkosten einplanen

März 07, 2010 Von: Bernd Rothe Kategorie: Allgemein, Service, Umwelt Kommentare deaktiviert

Berlin (dpa)

Wegen des langen Winters rechnet der Deutsche Mieterbund (DMB) mit erhöhten Heizkosten am Ende des Jahres. Mieter sollten deshalb schon jetzt finanzielle Vorsorge treffen.

Für Januar und Februar geht der Mieterbund von zehn Prozent mehr verbrauchter Heizenergie aus. Im Vergleich zu anderen Jahren habe das 20 bis 50 Euro höhere Kosten für Mieter zur Folge, sagte der DMB-Sprecher Ulrich Ropertz in Berlin. Die Energieunternehmen rechneten üblicherweise jeweils zum Jahresende ab.

In einer repräsentativen Umfrage hatte tns Emnid im Auftrag der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington ermittelt, dass drei Viertel der Befragten kein Geld für eine möglicherweise höhere Heizkostenabrechnung zurücklegen.

Aufruf zur Kundgebung am 10. März, 11.00-15.00 Uhr vor dem Sächsischen Landtag in Dresden

März 07, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Jugend, Landespolitik, Sonstiges, Vereine berichten Kommentare deaktiviert

Gegen Kürzungen in der Jugendhilfe – für ein soziales Sachsen

Wir haben diesen Aufruf zwar schon vor einigen Tagen veröffentlicht, möchten diesen zur Erinnerung aber einfach nochmal hier  einstellen:

Kürzungen in der Jugendhilfe bedrohen die sächsische Jugendhilfelandschaft in ihren Grundfesten. Einrichtungen und Angebote in Städten und Gemeinden, von Landesverbänden sowie die Freiwilligendienste sind in ihrer Existenz gefährdet.

Durch weitere Kürzungen im sozialen Bereich ist die Staatsregierung im Begriff, den Sozialstaat und das solidarische Miteinander der Generationen aufzugeben. Kinder und Jugendliche von heute sind diejenigen, die in den nächsten Jahren in Politik und Gesellschaft, Wissenschaft, Industrie, Handwerk und Bildung Verantwortung übernehmen und die Geschicke unseres Landes lenken.

Auch eine gelingende Jugendarbeit vermittelt die dafür notwendigen Werte und Kompetenzen.

Wir fordern die Rücknahme der Kürzungen.
Kinder und Jugendliche brauchen eine Perspektive in Sachsen!

Unterstützen Sie unseren Protest, kommen Sie zum Landtag!

Eine Gemeinschaftsaktion von Trägern der freien Jugendhilfe
Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen e.V.
Kinder- und Jugendring Sachsen (KJRS) e.V.
Pro Jugend e.V.
Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V.
LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V.
Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.
Sächsische Landjugend e.V.
unterstützt durch die LIGA der freien Wohlfahrtsverbände in Sachsen

Wir bitten darum, auf eine Selbstdarstellung der Vereine und Verbände im Interesse der gemeinsamen Sache zu verzichten.

Kulturelle Aktionen und Beiträge während der Kundgebung sind erwünscht. Bitte teilt uns mit, wenn bestimmtes Equipment dafür benötigt wird.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Recht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Aufruf zur Kundgebung am 10. März, 11.00-15.00 Uhr vor dem Sächsischen Landtag in Dresden als PDF)