Dippser StattZeitung

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Außer Spesen nichts gewesen?

Mai 16, 2016 Von: Heiko Frey Kategorie: Aus dem Rathaus, Freizeit und Erholung, Kernstadt Dippoldiswalde, Malter, Ortsteile, Paulsdorf, Seifersdorf/ Seifen, Tourismus

Mehr als zwei Jahre beschäftigte sich der Stadtrat und die Verwaltung mit dem Thema, wie das Prädikat für die Talsperrengemeinden Malter, Paulsdorf und Seifersdorf als „Staatlich anerkannter Erholungsort“ erhalten werden kann.

Es wurden Studien in Auftrag gegeben, Gutachten erstellt, Arbeitskreise gegründet, Bilanzen geprüft, Spezialisten in externen Büros engagiert und vieles mehr. Die nicht unerheblichen Kosten wurden dafür aus dem Stadtsäckel bezahlt. Nach vielen Beschlüssen und Ermächtigungen vom Stadtrat und dessen Ausschüssen wurde letzten Endes eine Erholungsortentwicklungskonzeption erarbeitet und im zuständigen Ministerium in Dresden vorgestellt. Erfolgreich, das Zertifikat wird erteilt!

Und nun soll der Stadtrat am Mittwoch beschließen: „Ich nehme diesen Preis nicht an!”

Anscheinend wurde bei allen guten Ideen in der Erholungsortentwicklungskonzeption vergessen, dass zusätzliche Qualitätsstandards, um sich von der Masse abheben zu können, auch Geld kosten bzw. Investitionen voraussetzen. Dies schien man bisher komplett vergessen zu haben.
Klaus Kaiser, der Geschäftsführer der Weißeritztalerlebnis-GmbH überschlug die Kosten auf etwa 500.000 Euro – geschätzt. Konkret wurde verlangt, dass die Erholungsortentwicklungskonzeption bis Ende 2016 überarbeitet und kostenseitig untersetzt werden soll. Allein diese Forderung treibt den Verantwortlichen im Rathaus den Schweiß auf die Stirn, was man an der Hervorhebung im Text der Beschlussvorlage erkennen kann.

Nun will man also am Mittwoch die Pferde im vollen Galopp wenden:

Beschlussvorschlag: Der Stadtrat […] beschließt […] die Fortführung des Prädikates „Erholungsort“ Malter, Paulsdorf und Seifersdorf abzulehnen.

Nach Kenntnis der Redaktion der StattZeitung steht dann aber wieder ein ganz neues Problem: Im Eingemeindungsvertrag zwischen der Talsperrengemeinde Malter und Dippoldiswalde (die Fusion erfolgte im Januar 2003) wurde die Fortführung der Prädikatisierung als „Staatlich anerkannter Erholungsort“ vertraglich vereinbart!

Leider wurde bisher weder die Erholungsortentwicklungskonzeption als auch die Stellungnahme des Tourismusverbandes Erzgebirge veröffentlicht. Letzterer hat maßgeblich am Konzept mitgearbeitet und sieht die Beschlussvorlage im Stadtrat eher kritisch. Leider fanden auch alle Zusammenkünfte des Arbeitskreises Talsperre Malter ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit statt, so dass vertiefende Details hier nicht möglich sind.

Die Neukonzipierung und -gestaltung der Internetseite www.erlebnis-talsperre.de als attraktiver touristischer Internetgesamtauftritt der Talsperre Malter war ein Arbeitspunkt der Erholungsortentwicklungskonzeption

“Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.”

Mai 15, 2016 Von: Heiko Frey Kategorie: Dippolds Info, Nebenan, Veranstaltungen

Diese Aussage von Exbundeskanzler Helmut Schmidt dürfte vielen geläufig sein. Dass Schmidt später relativierte, „Es war eine pampige Antwort auf eine dusselige Frage“, ging in der Geschichte unter.

Der Dippser Ex-Bürgermeister Horst Bellmann hat einmal auf die Frage nach Visionen geantwortet, dass man sich diese nicht leisten kann. Mit welchen finanziellen Summen er hier kalkuliert hatte, blieb leider offen.

Eine Vision kann lediglich ein Traum sein, der nahezu nichts kostet. Aus unternehmerischer Sicht kann hier aber auch eine Strategie entwickelt werden, wie man ein konkretes Ziel erreichen möchte. Die Erarbeitung solcher Leitlinien hingegen kostet neben Gehirnschmalz auch etwas Geld.

In den letzten Jahren, also seit der Ära Horst Bellmann, hat Dippoldiswalde weder ein Stadtentwicklungskonzept konsequent erarbeitet und verfolgt, noch wurden wirtschaftliche oder touristische Ziele gesteckt. Es gibt kein Verkehrskonzept, es wird planlos bei der wichtigen Breitbandversorgung agiert und die aufwändig erarbeitete Prädikatisierung von Malter, Paulsdorf und Seifersdorf als staatlich anerkannter „Erholungsort“ soll jetzt abgelehnt werden. Wo letztendlich doch Leitlinien erarbeitet wurden (z.B. örtliche Bebauungspläne, Gestaltungssatzungen), waren Ausnahmegenehmigungen die Regel.

Vieles fällt nun dem amtierenden Oberbürgermeister vor und auf die Füße. Allerdings darf das Mitgefühl getrost begrenzt werden, da Jens Peter schon vorher als Stadtrat Einsicht in die vielschichtigen Probleme hätte nehmen müssen.

Vielleicht hilft hier gerade jetzt ein richtiger Workshop. Die Stuttgarter Zeitung diskutiert die „Stadt der Zukunft“ bei einem Kongress Ende Oktober. Ein Blick in das Programm zeigt, dass auch Dippoldiswalde lernen könnte/ muss („Smart ist, wer über den Tellerrand schaut“). Dazu geht es z.B. um Stadtentwicklung, digitale Vernetzung, Einbeziehung der Bürger, Mobilitätskonzepte, den ländlichen Raum oder generell nur um eine lebenswerte Stadt der Zukunft.

Wenn sich Oberbürgermeister (oder Verwaltung) oder einzelne Stadträte Anregungen in Stuttgart holen würden, könnte Dippoldiswalde vielleicht mal wieder eine zentrale Rolle im Erzgebirge südlich von Dresden spielen und überregional bedeutsam sein. So wie dies seit dem Mittelalter eben für Dipps als Amtsstadt (später Kreisstadt) immer wichtig war. In diesen Tagen konkurriert man mit Glashütte, Altenberg oder Höckendorf und – wenn man ehrlich ist – nicht immer erfolgreich.

12. Kunst: offen in Sachsen –

Mai 13, 2016 Von: Heiko Frey Kategorie: Dippolds Info, Kunst/Kultur, Tourismus, Umwelt, Veranstaltungen

Kreativwerkstatt Iris Pelka, Malerei, Applikationen, Nadelfilz, Grafik, Schmuck, Fotografie, Keramik
Gerberplatz 9, 01744 Dippoldiswalde

Internet: http://www.ip-art.net

15.05.2016, ab 15.00 Uhr: Ausstellung mit Bildern von Christiane Latendorf, Laudatio Frau Dr. Jördis Lademann, Lesung Christiane Latendorf, Kuchen und Kaffeespezialitäten, Schmuck und Keramik von Iris Pelka

 

Weitere offene Ateliers gibt es in unserer Stadt in:

Rosemarie Böhm, Gerold Heerklotz,Holzarbeiten, Carola Dittrich, Malerei (Textil)
“Am Schafberg”
Untere Dorfstraße 58
01744 Dippoldiswalde OT Hennersdorf
Web: http://www.zeitlos-schoen.net
Öffnungstage: So, Mo

Klaus-Peter Dyroff (Glas/Mosaik)
Im Bahnhof Schmiedeberg
Altenberger Straße 34b
01744 Dippoldiswalde
Web: http://www.mosaikkunst.de
Öffnungstage: Sa   3. Kreativmeile rund um den Bahnhof in Schmiedeberg von 10:00 bis 18:00 Uhr. Ganztätig Speisen und Getränke, sowie Angebote für die Kleinsten! Ab 19:00 Uhr live Musik von Tramp Station.

Susann Piccolo (Schmuck, Fotografie, Keramik/Porzellan)
Piccolo Keramik
Ruppendorfer Str. 22
01744 Dippoldiswalde;OT Reichstädt
Öffnungstage: Sa, So, Mo tägl. 11-18 Uhr (gemütlich): “Andere Länder, andere…Farben”
Bei fingerfood und Musik aus unserer 2ten Heimat Argentinien werden Glasschmuck + Fotografien aus derselben unsere vielfältigen, utilen Keramikunikate bereichern.

Mein lieber Schwan, nun auch noch Autos auf der Malter

Mai 12, 2016 Von: Holger Becker Kategorie: Gewerbe, Malter, Paulsdorf, Personalien, Tourismus

Schwäne waren wir ja schon gewohnt auf der Malter. Weiße Tretboote, die besagten Schwäne eben, mit denen die “Weißeritztal Erlebnis GmbH” das Angebot für Touristen rund um die “Badewanne von Dresden” attraktiver gemacht hatte, wurden neben den altbewährten Ruderbooten ebenfalls ins Rennen geschickt. Aber nun, Volkswagen auf der Talsperre? Verwundert wird man sich seit heute die Augen reiben.

Mirco Göschel, der Pächter der “Eis.Oase” hat sich ebenfalls einen Anlegesteg mit acht neuen Tretbootflitzern unterhalb von “Eis.Oase”, Skulpturenpark und Anglerhotel als Attraktion geleistet. Schlappe 50.000,- € war ihm die Investition wert, die hoffentlich nicht von Vandalen beschädigt wird, wie Andrea Dombois, die Vizepräsidentin des sächsischen Landtages, in einer kleinen Rede sagte. Dankenswerterweise übernahm sie die Schirmherrschaft des Projektes.

Sie und Jens Peter, der Dippser Oberbürgermeister drehten dann auch gleich eine Proberunde und zeigten sich nach den ersten Minuten recht angetan von der neuen Errungenschaft. Gemeinsame Ideen, prüfen, bewerten, manchmal aber auch verwerfen meinte Klaus Kaiser, der Geschäftsführer der Erlebnis GmbH, der heute ebenfalls zur Taufe gekommen war, machen das Tourismuskonzept rund um die Talsperre aus. Tatkräftig hatte er das neue Projekt mit getragen und unterstützt. Als Konkurrenten sehen sich beide nicht, eher als Partner, gemeinsam die Anziehungskraft unserer Region zu erhöhen.

Einen Austausch der Tretboote unter den beiden Unternehmen wird es trotzdem nicht geben. Jeder Tretbootnutzer darf am Steg des Mitbewerbers für einen Zwischenstopp anlegen, jedoch sind die Boote an den Startpunkt zurückzubringen. Jeder bleibt nur sich, und seinem Unternehmen und dem Wohl unserer Stadt natürlich, verantwortlich.

Klaus Kaiser, nach Zahlen befragt, konnte von 47.000 Badegästen in 2015 berichten, denen bescheidene 25.000 aus 2014 gegenüberstehen. In diesem Jahr rechne man mit einem deutlichen Anstieg, zumal sich ein warmer Sommer ankündigt.

Auf gute Nachbarschaft zwischen Schwänen und Autos also.

Neben dem Angebot der Familie Peglau, die auf Kultur und Bildungsangebote im “Seeblick” setzt, werden die bunten Flitzer unsere Region einmal mehr ins Gespräch bringen.

Ein Wegweiser, der Kunstfreunde zielsicher zur neuen Attraktion führt ist der neben der ehemaligen Gaststätte “Seeblick” gelegene Skulpturenpark mit dem bekannten AThomas. Kunstsammler Georg Wiedemann hat sich hier seit mehreren Jahren damit einen Traum erfüllt.

Verlassen die Freien Wähler das sinkende Schiff?

Mai 12, 2016 Von: Heiko Frey Kategorie: Aus dem Rathaus, Parteien in Dipps, Personalien

Die Aussage von Michael Becker ist klar: Er könne die in der letzten Zeit im Stadtrat gefassten Beschlüsse weder mit ruhigem Gewissen mittragen noch kann er diese mit seiner Verpflichtung als Stadtrat übereinbringen. Die letzte Zeit im Stadtrat bezeichnete Michael Becker als „äußerst schwierig“. Aus diesem Grund bat er den Oberbürgermeister um sofortige Beendigung seines Mandates „aus wichtigem Grund“.

Parallel dazu stellte Falk Kühn-Meisegeier den Antrag, sein Amt als 2. Stellvertreter des Oberbürgermeisters niederlegen zu dürfen. Eine Begründung hierfür wurde durch das Rathaus nicht geliefert. Es darf aber angenommen werden, dass auch Falk Kühn-Meisegeier die Arbeit(sweise) des Oberbürgermeisters kritisch sieht und eben auch nicht mehr die Verantwortung tragen möchte, die ein stellvertretender Oberbürgermeisters eigentlich inne hat. Mehrfach schüttelte der Geschäftsführer einer größeren Wohnungsgenossenschaft nur noch verständnislos den Kopf, insbesondere wenn es um die unklaren Finanzen von Dipps ging.

Mehr Informationen dazu gibt es (vielleicht) in der kommenden Stadtratssitzung am 18. Mai (18 Uhr Ratssaal im Dippser Rathaus).

Interessant sind immer wieder die Beobachtungen, wie sich Jens Peter, der eigentlich mit dem Mandat der Freien Wähler erst Oberbürgermeister werden konnte, von dieser Basis entfernt hat. Dazu kommt ein schwacher Stadtrat, der die Verwaltung immer noch nach Gutdünken schalten und walten lässt, anstatt hier klare Forderungen für die Entwicklung von Dipps zu stellen. Wenn sich dann eine Mehrzahl der Stadträte unter Druck gesetzt fühlen, einzelne sogar von Erpressung bei ihren Entscheidungen sprechen, zeigt dies den tiefen Riss zwischen dem Parlament und der Verwaltung.