Der 2. Bauabschnitt der Weißeritztalbahn kommt nun doch
Nun geht es doch weiter mit dem Aufbau der Weißeritztalbahn. Folgende Pressemitteilung des SMWA habe ich soeben gefunden:
21.06.2011, 14:59 Uhr
Zweiter Bauabschnitt der Weißeritztalbahn
„Die Planungsmittel für den zweiten Bauabschnitt der Weißeritztalbahn werden jetzt freigegeben. Dem raschen Wiederaufbau zwischen Dippoldiswalde und dem Kurort Kipsdorf steht damit nichts mehr im Wege“, freut sich der sächsische Verkehrsminister Sven Morlok (FDP).
Im Doppelhaushalt 2011/2012 wurden vorsorglich Mittel zur Finanzierung des zweiten Bauabschnitts in Höhe von jeweils 2 Millionen Euro pro Jahr eingestellt. Hinzu kommen bis zu 11 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Aufbauhilfefonds Sachsen 2002“ für die hochwasserbedingten Schäden.
und Landrat Michael Geisler schreibt bei Facebook:
“Bei der Weißeritztalbahn geht doch was. Bescheid der Landesdirektion zur Planungsphase 1 und 2 wird in den nächsten Tagen erstellt. Nachfolgend Beauftragung Phase 3 und 4. Das Betriebskonzept wird parallel erstellt. Kostenklarheit und Bestellung im November. Damit wären alle Voraussetzungen für den Wiederaufbau erfüllt. Na dann schaun wir mal …”
So richtig glauben kann ich es noch gar nicht, freue mich aber …
Juni 26th, 2011 at 10:34
Die Kleinbahnlobby hat ja ziemlich lange dafür gekämpft, und kein Politiker hat sich je gegen einen Wiederaufbau des letzten Teilstückes ausgesprochen. Es ist schön, dass die Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde durch den Rabenauer Grund nach Freital fährt. Dies läd ein zum Wandern, Museumsbesuche, oder vielleicht auch Einkaufen. Aber was hat der Obere Teilstück zu bieten. Da erschließt sich mir bei einer Streckenführung direkt an der B170 vorbei an Industrieruinen keine Kleinbahnromantik. Und was macht man, wenn man in Kipsdorf angekommen ist? Fährt man gleich wieder mit der selben Bahn Talwärts, nimmt den Bus nach Altenberg, oder wartet 2 Stunden auf den nächsten Zug und verbring die Zeit in einer Kipsdorfer Kneipe.
Man sollte sich vielleicht auch mal überlegen, was dieser Wiederaufbau konkret kostet. Mit den angegebenenn Zahlen sind das 8€ für einen Bürger des Landkreises (alle mit Kennzeichen PIR. DW, FTL, SEB) und 2,70 für jeden Sachen. Wenn man davon ausgeht das ungefähr die Hälfte erwerbstätig ist (eher noch weniger), sind das 5,40€ für jeden erwerbstätigen Sachsen, also auch die Krankenschwester in Görlitz und der Landbauer im Vogtland und insgesamt 21,40€ für jeden einen Erwerbstätigen aus dem Landkreis. Das klingt vielleicht nicht viel, aber für diesen Preis ist man noch nicht mitgefahren, und der gilt für jeden (quasi aus Solidaritätsbeitrag von den Sebnitzern)! Würde das Geld nicht zwischen den Regionen fließen, und man nimmt nur die Anliegenden Orte zur Grundlage sehen die Zahlen ganz anderes aus. Da ergeben sich 550Euro für jeden Bürger (ca. mal 2 für jeden Erwerbstätigen: 1100€) Nimmt man Freital und Rabenau noch hinzu sinds durch “nur” noch ca. 190€/ Bürger (380€/ Erwerbstätigen). Bei meiner Steuerlast habe ich zwar im Jahr diesen Beitrag schon mehrmals ans Finanzamt überwiesen, aber muss das wirklich für die Kleinbahn ausgegeben werden, wenn ich gleichzeitig durch Schlaglöscher auf Arbeit fahren muss, die Schulen verfallen, bei der Jugendarbeit gekürzt, und auch sonst überall das Geld fehlt?
So, jetzt bin ich der Buhmann bei den Kleinbahnfreunden, aber es musste einfach mal gesagt werden.