Vorwärts – zurück ins Mittelalter
Nein, in diesem Artikel geht es nicht noch einmal um den Bergbau in/ unter Dipps. Es geht um eine moderne Kommunikation im 21. Jahrhundert.
In dieser Woche beschlossen die Dippser Stadträte eine neue Bekanntmachungssatzung. Die klingt zwar etwas dröge, ist aber für die Information für die Einwohner unserer Stadt äußerst wichtig.
Leider ist die Vorlage, was eigentlich jeden Bürger unserer Stadt interessieren würde, mal wieder geheim. Somit können wir inhaltlich zur neuen Satzung bis zu deren Veröffentlichung erst einmal nichts sagen.
Im Rahmen der Diskussion im Stadtrat wurde aber deutlich, dass es zukünftig ein neues Amtsblatt für Dipps geben wird. Dieses wird die Firma Riedel Verlag & Druck KG aus Chemnitz liefern. Das Unternehmen war bisher in Schmiedeberg für das Amtsblatt zuständig und druckt auch Dippolds Boten.
Allerdings erscheint das neue Amtsblatt monatlich, so dass lediglich die Termine für Stadtrats- oder diverse Ausschusssitzungen veröffentlicht werden können. Die Inhalte dieser Beratungen sollen einmal im Schaukasten am Dippser Rathaus und einmal zentral in Schmiedeberg veröffentlicht werden.
Auf Druck aus den Schmiedeberger Ortsteilen haben sich die Dippser Stadträte dafür durchgerungen, gegen einen Mehrpreis von etwa 1.500 Euro im Monat auch alle Schaukästen in den Ortsteilen zu bestücken.
Den Vorschlag, via Internet die interessierten Bürger mit aktuellen Informationen zu versorgen, lehnte OB Ralf Kerndt mit dem Hinweis auf unvorstellbaren Mehraufwand ab. Dass es nahezu überall automatisch organisierte Newsletter gibt, mit denen Unternehmen ihre Kunden binden und mit dem eine Stadt kostengünstig interessierte Bürger informieren könnte, scheint unser Oberbürgermeister nicht zu wissen.
Herr Kerndt, wenn Sie die Informationen zukünftig mit der Postkutsche in die Ortsteile bringen, gibt es vielleicht noch eine Förderung für gelebtes Brauchtum!

Foto: Medien-gbr (aus der deutschsprachigen Wikipedia)
Für Oberbürgermeister Ralf Kerndt ist eine Informationsverbreitung über Aushänge greifbarer als das Internet. Mit Herolden, also Ausrufer wie im Mittelalter, könnte man vielleicht auch noch Papier- und Druckkosten reduzieren?
Dezember 7th, 2013 at 22:33
ich hoffe Dipps wird bald komplett “entkerndt”, dieser Artikel regt mich jetz noch auf. Wer bitte liest noch in “Schaukästen” In welcher Welt lebt dieser Herr Kerndt ? Internet noch nie gehört… bitte lieber Weihnachtsmann schenke dem Bürgermeister einen PC, Smartphone oder Tablet… ich glaube immer an das Gute im Menschen und vielleicht ist es noch nicht zu spät für unseren “noch” Bürgermeister…
P.S. 1500 Euro dafür bekommt man locker eine Domän mit webspace und kann sogar noch eine Teilzeitkraft einstellen… immer noch explodier…
Dezember 8th, 2013 at 17:23
… da drängt sich mir denn doch die Frage auf:
Will man das “Volk” überhaupt informieren?
Jeder, der ernsthaft Wert auf die Verbreitung von Informationen legt, nützt selbstverständlich jegliche Möglichkeiten dafür!
Dezember 8th, 2013 at 22:37
Erst informieren, dann meckern:
Bekanntmachungssatzungen müssen der Kommunalbekanntmachungsverordnung des Freistaates Sachsen entsprechen. Diese sieht eine Veröffentlichung im Internet (noch) gar nicht vor. Die Stadtratsvorlagen sind auch nicht “geheim”, sie werden, ohne das es dafür eine Verpflichtung gäbe, online gestellt. Nur die Anlagen werden insgesamt aus datenschutzrechtlichen – und damit guten – Gründen nicht hochgeladen. Jeder den es wirklich interessiert, kann sich beim Stadtrat seines Vertrauens oder auch zur Sitzung selbst konkret informieren.
Man kann dem OB sicherlich einiges vorwerfen, aber die Informierung der Öffentlichkeit über die Homepage ist für eine Kleinstadt nicht schlecht. Es wäre noch wünschenswert, auch den öffentlichen Teil der Niederschrift einer Stadtratsversammlung online zu stellen.
PS: Die neue Bekanntmachungssatzung kann übrigens jeder seit dem 06.12. online einsehen: In der Onlineausgabe des Schmiedeberger Gemeindeblattes, Seite 5, zu finden unter http://www.schmiedeberg.net/inhalte/schmiedeberg/_inhalt/gemeindeinformationsblatt/gemblattdez131
Dezember 9th, 2013 at 18:21
@ HFS
[...Erst informieren, dann meckern...]
Entschuldigung, aber diese Kritik trifft ins Leere. Ich meckere nicht, sondern ich engagiere mich, z.B. seit über 10 Jahren mit einem Dippser Newsletter, anderen Rundbriefen und nun mit der StattZeitung. Auch Dippolds Bote gibt es hauptsächlich, weil MEINE Ideen von anderen aufgegriffen wurden. Während aber diese anderen dafür bezahlt wurden, habe ich die Grundlage für Dippolds Boten (gemeinsam mit weiteren Mitstreitern) ehrenamtlich gelegt. Und nun profitiert Kerndt davon, dass er einen „Mantel für sein Amtsblatt“ übernehmen kann. Übrigens: Wenn die Stadt eine gute Öffentlichkeitsarbeit machen würde, wäre die StattZeitung überflüssig.
[...Bekanntmachungssatzungen müssen der Kommunalbekanntmachungsverordnung des Freistaates Sachsen entsprechen. Diese sieht eine Veröffentlichung im Internet (noch) gar nicht vor....]
Bloß gut, dass es genügend Leute gibt, die hier anders denken. So z.B. sah die Verfassung der DDR eine friedliche Revolution nicht wirklich vor, oder?
[...Nur die Anlagen werden insgesamt aus datenschutzrechtlichen – und damit guten – Gründen nicht hochgeladen....]
In Ansätzen gehe ich bei diesen Gedanken sogar mit. Aber: Warum findet man beim Landkreis und auch bei vielen anderen Kommunen diese Informationen im Internet? Warum diskutiert der Bürgermeister dieses Thema nicht mit seinen Bürgern und sucht aktiv nach Lösungen?
Zum Teil kann man aber auch vermuten, dass “gute Gründe” auch persönliche Gefälligkeiten (sprich Klüngel) sein könnten.
[...Jeder den es wirklich interessiert, kann sich beim Stadtrat seines Vertrauens oder auch zur Sitzung selbst konkret informieren....]
Das meinst Du jetzt nicht ernst? Hast Du schon EINMAL probiert, die Entscheidung eines Stadtrats des Vertrauens kritisch zu hinterfragen?
Die Teilnahme an Sitzungen – ich gehe seit fast 10 Jahren nahezu regelmäßig zu den Stadtratssitzungen – ist ebenfalls keine Lösung, da man Tischvorlagen nicht nachvollziehen kann oder aber der Diskussion generell nicht folgen kann, wenn sich auf die dir unbekannten Anlagen bezogen wird.
Du hättest aber auch noch vorschlagen können, dass man alle Unterlagen (auch die Anlagen) einsehen kann, wenn man vor der Stadtratssitzung persönlich ins Rathaus geht. Diese Variante kennst Du wohl noch gar nicht?
Aber warum verlangst Du diesen logistischen organisatorischen Aufwand von 10.000 Dippser Einwohnern (mit Schmiedeberg sind es ca. 5.000 Einwohner mehr), wenn im Gesetz, z.B. in der Sächsischen Gemeindeordnung, aber auch in der Geschäftsordnung des Dippser Stadtrates festgeschrieben ist, dass der Bürgermeister seine Kommune zu informieren hat???
[...Man kann dem OB sicherlich einiges vorwerfen, aber die Informierung der Öffentlichkeit über die Homepage ist für eine Kleinstadt nicht schlecht. Es wäre noch wünschenswert, auch den öffentlichen Teil der Niederschrift einer Stadtratsversammlung online zu stellen....]
Da core, wenn man sich an negativen Beispielen orientiert. Es gibt nämlich auch viele bessere Informationsmöglichkeiten für Bürger.
Übrigens wäre ich ebenfalls an der Niederschrift für eine Stadtratsversammlung interessiert. Aber in Dipps generell, oder auf der von Dir gelobten Homepage, wird man ja nicht einmal über gefasste Beschlüsse informiert!!! Aktuell kann man dort Neuigkeiten aus dem September erfahren.
Dezember 18th, 2013 at 15:58
[...] über die Tagesordnung der Stadtratssitzungen informieren will, wurde hier in der StattZeitung ja schon berichtet. Hinter vorgehaltener Hand hofft man, dass die Bürger den Überblick verlieren und so alle Türen [...]
Mai 2nd, 2014 at 17:14
[...] Informationen finden Sie in Ihrem amtlichen Schaukasten sowie auf der Homepage der Stadt [...]
Mai 21st, 2014 at 05:54
[...] welche die Dippser Stadtverwaltung ihren Bürgern zumutet, haben wir hier in der StattZeitung schon oft kritisiert. Man nutzt (offiziell) kein Internet, man nutzt kein Amtsblatt, … nein in Dipps [...]