Dippser StattZeitung

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Artikel der Kategorie ‘Landespolitik’

Rente mit 62 oder gar 55?

Dezember 19, 2010 Von: Dippoldine Kategorie: Landespolitik, Sonstiges Kommentare deaktiviert

Aber ja doch! Aber natürlich nicht für jeden, nein, für jeden nicht. Für das gemeine Volk bleibt es bei Rente mit 67 (oder mit 69 oder mit ??)!

Aber für die Leistungsträger für die, die richtig viel für unser Land getan haben, Gesetze beschlossen zum Beispiel (auch wenn die manchmal nicht Verfassungsgemäß waren), für die haben sie für sich selber vorgesorgt. Mittels Gesetz natürlich und sich selber die Rente mit 62 genehmigt:

SZ-Recherchen… Damit haben nun alle Neu-Parlamentarier, wenn sie mindestens 15 Jahre dem Landtag angehört haben, bereits mit 62 Jahren Anspruch auf eine abzugsfreie, lebenslange staatliche Altersversorgung. Nach der ursprünglich geplanten Regelung hätte das diesen Abgeordneten erst mit 67 Jahren zugestanden – analog zu den Regelungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Quelle: SZ-online

Und für die, die schon vor 2009 in Sächsischen Palament gesessen haben, für die wird’s noch üppiger:

Die können nach 13 Jahren Parlamentszugehörigkeit sogar bereits mit 55 Jahren die staatliche Altersversorgung in Anspruch nehmen. … keine Abschläge …  Monatsrenten von 3.050 bis 3.400 Euro zu.

Quelle: SZ-online

Und nachdem die SZ das nun veröffentlichte, reden unsere Gesetzesgeber von einem:

„bedauerlichen handwerklichen Fehler“

Quelle: SZ-online

Na da ist ja alles wieder gut, und man wird natürlich diesen bedauerlichen Fehler eventuell, vermutlich, also wahrscheinlich, also man wird

prüfen, wie man dies durch eine erneute Gesetzesänderung künftig korrigieren könne.

Quelle: SZ-online

Na da ist ja alles wieder gut. Oder? Und Sparen müssen immer nur die Anderen, Sie zum Beispiel und ich auch, und die Städte und Gemeinden, auch unser Dipps, weil es ist ja kein Geld da…

Einen schönen vierten Advent wünscht Ihnen Ihre Dippoldine

Ratlos!

Dezember 02, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Landespolitik, Tourismus, Umwelt, Verkehr 4 Kommentare →

Am vergangenen Dienstag fand eine Podiumsdiskussion in den Parksälen statt. Vertreter von Bündnis 90/ Die Grünen wollten über das Thema „Wie weiter mit Bus und Bahn in der Region Dippoldiswalde“ sprechen. Eingeladen dazu hatten sie sich den Oberbürgermeister von Dippoldiswalde Ralf Kerndt, Kati Hille aus dem Landratsamt, die kurzfristig durch Peter Darmstadt (Beigeordneter im Landratsamt und Leiter des Geschäftsbereiches Gesundheit und Soziales im Landkreis) vertreten wurde, Wieland Büttner als bewegten Bürger und unermüdlichen Kämpfer für den vollständigen Wiederaufbau der Kleinbahn, sowie Eva Jähnigen, die in der Grünen Landtagsfraktion in Sachsen die verkehrspolitische Sprecherin ist. Moderiert wurde der Abend von Claus Krüger, Kreisrat der Grünen in unserer Region.

v.l.: Ralf Kerndt, Peter Darmstadt, Claus Krüger, Wieland Büttner, Eva Jähnigen

Mit einer kurzen Präsentation informierte Eva Jähnigen die 15 anwesenden Gäste über den Status Quo, z.B.:

  • Sachsen erhält für den Betrieb des öffentlichen Verkehrs vom Bund für die Jahre 2011/12 33 Mio. Euro mehr als für 2010. Allerdings will der Freistaat den Verkehrsverbänden 43 Mio. Euro weniger weitergeben. Damit streicht das Land Bus und Bahn de facto 76 Mio. Euro für beide Jahre.
  • Von den Bundesmitteln für die sächsische Infrastruktur flossen bisher lediglich 25 Prozent in den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Mit dem Rest wurden Straßen gebaut. Ab 2011 sollen sogar nur noch 14,7 Prozent für den öffentlichen Verkehr ausgegeben werden. Dies ist der geringste Anteil im Vergleich aller Bundesländer.
  • 70 % der Bundesmittel für sächsische Infrastrukturprojekte für den öffentlichen Verkehr im Jahr 2011 erhält der City-Tunnel Leipzig (weitere Informationen gibt es hier)

Dass somit verschiedene Verkehrsprojekte in unserer Region gefährdet sind, z.B. der derzeitige Fahrplan der Weißeritztalbahn, die kreisüberschreitende Buslinie von Dresden nach Olbernhau, Neuinvestitionen in moderne Busse und Bahnen, ist kein Geheimnis. Aber auch steigende Fahrpreise für alle Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel sind unausweichlich.

Ratlos 1: Leider war sowohl im Podium als auch unter den Gästen niemand (außer Landtagsmitglied Eva Jähnigen) vertreten, der diese Misstände ändern könnte. Selbst wenn alle Teilnehmer des Abends Kopfstand gemacht und mit den Ohren gewackelt hätten, würde dies die Dresdner Politiker kaum bewegen.

Ratlos 2: Der Dippser Bürgermeister Ralf Kerndt empfand alles als nicht so schlimm für seine Stadt. Dipps könne auch mit den geplanten Einsparungen beim ÖPNV ganz gut leben.

Ratlos 3: Peter Darmstadt berichtete vom CDU-Parteitag, wo er leider keine Mehrheit in seiner Partei für einen entsprechenden Beschluss zur Sicherstellung des ÖPNV erzielen konnte. Dass er sich dort einsetzte, glaubt man dem Mann, der seine eigenen Aktivitäten etwas zu laut im Tonfall vortrug. Interessant wird es aber, wenn er sich den Bedenken der Grünen im Grunde anschließt und dem sächsischen Verkehrsminister Sven Morlok polternd „Schwachsinn“ bei seinen Entscheidungen und „Blödsinn“ in seinen Reden vorwirft.

Ratlos 4: Missstände bei der Vermarktung der Kleinbahn wurden von allen Seiten ausgemacht. Allerdings passte dieser Zweig der Diskussion nicht wirklich in den Abend. Und mit dem Ralf Kerndt saß eigentlich auch ein Mann mit am Tisch, der hier schon längst hätte aktiv werden müssen. Schließlich ist er nicht nur Bürgermeister einer Stadt, wo die Kleinbahn zufällig durch fährt, sondern auch im Vorstand der regionalen Tourismusgesellschaft sowie Mitglied im Zweckverband des Verkehrsverbundes.

Ratlos 5: In seinen Ausführungen machte sich Peter Darmstadt über die hilflosen Protestaktionen der Kleinbahnfreunde in den letzten Monaten nahezu lustig. Die Politik habe aus seiner Sicht andere Möglichkeiten, hier einzugreifen. Als er aber gefragt wurde, wie man als Bewohner in der Region seinen Unmut am besten ausdrücken kann bzw. was man gegen die geplanten Kürzungen unternehmen könne, erwartete Darmstadt mehr bürgerschaftliches Engagement – mehr Protest.

Ratlos 6: Leider scheint der Beigeordnete des Kreises auch nach vielen Jahren noch nicht in der Region angekommen zu sein. Obwohl schon seit vielen Jahren in hohen Positionen in Sachsen tätig, schweift er bei seinen Erklärungen und Begründungen gern in ein früheres Leben im Westen Deutschlands ab. Und so erklärt er aktuelle Probleme in unserem Kreis gern mit den Erfahrungen, die seine Familienmitglieder gerade bei Protesten gegen Bahnlärm am Mittelrhein machen oder er bringt Stories von Dienstreisen ins Gespräch, die mitnichten mit unserer Region in Verbindung stehen.

Ratlos 7: Alle Anwesenden waren sich einig, dass lediglich der Schülerverkehr noch ein Garant für die Aufrechterhaltung des ÖPNV im ländlichen Raum ist. Ohne den wären die Kürzungen wohl schon längst ungleich einschneidender gewesen. Vielleicht hatten die vielen Schulschließungen im ländlichen Raum doch einen tieferen Sinn?

Ratlos 8: In einer Kolumne in der heutigen Sächsischen Zeitung beschwert sich Redakteur Franz Herz, dass betroffene Bürger am Dienstag während der Diskussion laut und emotional ihre Meinung sagten. Er hätte sich gern gewünscht, dass hier die Versammlungsleitung eingegriffen hätte. Diese Art der „Berichterstattung“ erinnert schon fast wieder an die längst vergessen geglaubten Zentralorgane herrschender Parteien, denn die „verbale Kraftmeierei“ von Peter Darmstadt wurde nicht kritisiert. Und im Übrigen, Herr Herz: Minister werden nicht vom Volk gewählt und können daher auch nicht abgewählt werden! Und nicht zuletzt ist gerade die Meinungsfreiheit eines der wichtigsten Güter dieser Gesellschaft.

Zwei Adventssonntage öffnen

Dezember 02, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Der Stadtrat (berichtet), Gewerbe, Landespolitik, Sonstiges 3 Kommentare →

… dürfen die Dippser Geschäfte. Nachdem der Stadtrat am 10. November (aufgrund einer Klage der EV.-Luth. Landeskirche) die Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen aufheben musste, beschloss er gestern einstimmig:

geöffnet?Im gesamten Gemeindegebiet der Großen Kreisstadt Dippoldiswalde dürfen Verkaufsstellen am 05. Dezember 2010 und 19. Dezember 2010 jeweils in der Zeit von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet sein.

Dippser Händler meinen  dazu:

  • Frau Thiel (Bücherfreund) griff sich an den Kopf, “So ein Hickhack!” meinte sie. Ob sie die Möglichkeit zur Öffnung nutzt, konnte sie noch nicht nicht sagen.
  • Frau Moses (Möbel-Moses) findet dieses Hin und Her trägt nicht zu einer besinnlichen Adventszeit bei. Die Kunden werden verunsichert und können eigentlich nur noch planen einen Glühwein zu trinken. Sie wird ihr Geschäft an den Adventssonntagen geschlossen lassen.
  • Herr Eilert (Teeklipper) freut sich über diese Regelung und hofft, dass die Straßen und Wege so gut von Schnee beräumt sind, dass die Kunden problemlos zu den Geschäften kommen.
  • Herr Tennert (Spielwaren und Lederwaren), der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins dankt dem Stadtrat für diese Entscheidung und hofft, dass keine Klage dagegen eingereicht wird. Er hält das Gestreite um die Sonntagsöffnungzeiten in der Adventszeit für ein riesiges Kaperletheater. Es ist in anderen Gewerken auch so, dass genau dann mehr gearbeitet werden muss, wenn es mehr Arbeit gibt. Und im Handel ist dieses vor allem die Vorweihnachtszeit, die auch für viele Geschäft einen Großteil des Umsatzes bringt.

Dippser StattZeitung jugendgefährdend?

Dezember 01, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Bundespolitik, Dippolds Info, Jugend, Landespolitik, Sonstiges 1 Kommentar →

Diese Frage steht wirklich: Ist die “Dippser StattZeitung” jugendgefährdend? Oder anders gefragt: Ist die “Dippser StattZeitung” ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren freizugeben?

Die FSK-Freigaben

Die Novellierung des Jugendmediendienstestaatsvertrags (JMStV) sieht vor, dass ab 2011 jeder Anbieter seine Webseiten auf jugendgefährdende Inhalte hin überprüfen, klassifizieren und Maßnahmen zum Schutz der Jugend vor diesen Inhalten treffen muss. Die Klassifizierungsstufen beruhen dann auf den aus dem Filmbereich bekannten Altersfreigaben (ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die Pflicht zur Einordnung des Inhalts soll für jede Webseite gelten.

Quelle: Heise online

Also müssen wir unsere Webseiten überprüfen und klassifizieren. Obwohl wir denken, dass von diesen Seiten keine Gefahr für Kinder und Jugendliche ausgeht. Ist das aber wirklich so? (weiterlesen…)

Erinnerung

November 29, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Landespolitik, Umwelt, Verkehr Kommentare deaktiviert

Wir berichteten bereits darüber:    http://dippolds.info/2010/11/07/hande-weg-von-bus-und-bahn/

Da uns aber diese Veranstaltung am Herzen liegt, und eigentlich auch jeden Dippser (ob Schulkind, Berufstätiger oder Ruheständler) interessieren sollte, erlauben wir uns noch einmal eine kurze Erinnerung an den morgigen Abend.