Dippser StattZeitung

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Artikel der Kategorie ‘Umwelt’

Aufbruch unter Tage

September 07, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Historisches, Kunst/Kultur, Personalien, Sonstiges, Tourismus, Umwelt 2 Kommentare →

Der Bergbau, der vor hunderten von Jahren unsere Stadt „unterkellerte“ bringt neben den Problemen mit Tagebrüchen und Behinderungen durch Arbeiten der Bergsicherung jetzt auch die Internationale Fachtagung

»Aufbruch unter Tage. Stand und Aufgaben der montanarchäologischen Forschung in Sachsen«

vom 9. bis 11. September ins Dippser Kulturzentrum.

Video von FRM-Regionalfernsehen

Diese Fachtagung dient neben der Vorstellung der vorläufigen Untersuchungsergebnisse im Bereich der herausragenden mittelalterlichen Bergbauanlagen und -funde von Dippoldiswalde, auch der Bestimmung des derzeitigen Forschungsstandes in Sachsen im Vergleich zu montanarchäologischen Projekten in Deutschland und Europa.

Neben entsprechenden Vorträgen zu archäologisch-denkmalpflegerischen Aspekten, wird durch Fachreferate zudem der für die moderne Montanarchäologie unerlässliche Beitrag der Nachbardisziplinen (Mediävistik, Archiv- und Rechtswissenschaften, Kartographie) und der Naturwissenschaften (Mineralogie, Geologie, Dendrochronololgie, Archäometallurgie) beleuchtet.

Weitere Informationen: http://www.archaeologie.sachsen.de/Themenportal/2697.htm

Holzhau bittet um Unterstützung

September 02, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Nebenan, Tourismus, Umwelt Kommentare deaktiviert

Die Bürgerbewegung “Gegenwind” informierte uns, dass ein tschechisches Unternehmen in direkter Grenznähe einen Windpark mit 25 Windkraftanlagen zu bauen beabsichtigt. Die Windräder sollen eine Höhe von rund 150 Metern haben.

Video: Gegenwind: Michael Eilenberger zum neuen Windparkprojekt auf dem Erzgebirgskamm

Das Landratsamt Mittelsachsen veröffentlichte hierzu die entsprechenden Unterlagen zu dem Bauvorhaben, allerdings in Tschechisch. Trotzdem kann man sich hier über die Lage und die Auswirkungen grob informieren. Da als Folge der Realisierung des Vorhabens grenzüberschreitende Auswirkungen auf deutsches Territorium möglich sind, muss auch die deutsche Seite rechtzeitig über das geplante Vorhaben informiert werden um die Möglichkeit einer Stellungnahme zu erhalten. Die Bauanträge finden Sie auch bei uns im Internet: hier.

Landrat Volker Uhlig, weist darauf hin, dass *Jedermann* innerhalb von 20 Tagen nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung schriftliche Einwendungen zu dem Vorhaben abgeben kann. Die Einwendungen sind unter Angabe des Aktenzeichens 54524/ENV/10 an das tschechische Umweltministerium an die Adresse:

Ministerstvo Životního Prostredí
Odbor posuzování na životní prostredí a IPPC
Vršovická 65
100 00 PRAHA 10

zu senden. (Es gilt das Datum des Posteingangs beim tschechischen Umweltministerium. Die Einwendungen müssen in leserlicher Schrift verfasst sein und den Vor- und Familiennamen sowie die vollständige Anschrift des Einwenders enthalten.)

Die Bürgerinitiative “Gegenwind” bitte Sie als Freunde des Erzgebirges, als Nutzer dieser schönen und historisch gewachsenen Kulturlandschaft, und auch im Interesse des Tourismus in unserer Region um Unterstützung. Bitte helfen Sie mit, die weitere Verschandelung und Industrialisierung unserer Erzgebirgslandschaft zu verhindern.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung, Bürgerbewegung “Gegenwind” Holzhau
(Ansprechpartner: Michael Eilenberger, Tel. 037 327/ 83366)
Webseite www.holzhau.de

(K)ein guter Geschäftsführer?

August 30, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Service, StattVerwaltung/ StattRat, Umwelt 1 Kommentar →

Wie gelangt ein Bürger an Informationen – ein Selbstversuch
Da auf schriftliche Nachfrage weder eine Reaktion vom Abwasserzweckverband Talsperre Malter noch Antworten von den hier beteiligten Stadträten von Dippoldiswalde erfolgten, nutzte ich die Möglichkeit der Teilnahme an einer Verbandsversammlung am letzten Donnerstag. Vielleicht gibt es ja dieses Unternehmen nur virtuell oder gar nicht? Auf eine Anfrage vom 27. Juli reagierte lediglich Oberbürgermeister Kerndt und dies auch erst nach nochmaliger Erinnerung. Er bat seinerseits allerdings nur um „Fristverlängerung“ bis Ende August.
Der Abwasserzweckverband wurde durch die Kommunen Dippoldiswalde und Schmiedeberg gegründet. „Chefs“ (Verbandsvorsitzender und Stellvertreter) sind hier die jeweiligen Bürgermeister, die durch ausgewählte Stadt- bzw. Gemeinderäte beider Ortschaften unterstützt werden. Für das operative Geschäft wird Uto Böhme als Geschäftsführer bezahlt. Ihm stehen verschiedene Mitarbeiter (allg. Verwaltung, Kämmerei, Abrechnung, techn. Dienste) zur Seite.

Das Positive zuerst:

  • Die erzielten Ergebnisse im Jahr 2009 müssen so schlecht nicht gewesen sein, nach kurzer Diskussion stimmten die anwesenden Verbandsmitglieder der vorgelegten Jahresrechnung zu.
  • Am 1. September wird der Abwasserzweckverband eine eigene Internet-Präsenz online schalten. Die Anregung hierzu gab die StattZeitung Anfang dieses Jahres.
  • Die Teilnahme von mir als Fremden/ Gast an der Versammlung irritierte zunächst die Beteiligten. In einer zweiten Reaktion äußerte man sich erfreut, dass es doch Interesse seitens der Bürger gibt. Dass insbesondere die etablierten Medien nicht aus diesem Gremium Bericht erstatten, fanden die Verbandsvertreter merkwürdig, würde doch gerade hier über gewaltigen Summen und Aufträge beschlossen.

Nun zum eher Schlechteren:

  • Obwohl Oberbürgermeister Ralf Kerndt zugleich auch der führende Kopf im Abwasserzweckverband ist, hat die interne Abstimmung nicht funktioniert. Zeitgleich zur Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes, wo über das Betriebsergebnis für das Jahr 2009 abgestimmt werden sollte, tagte der Dippser Finanzausschuss. Edith Post und Jürgen Strzebin, beide in beiden Gremien tätig, wurden wie ein Gummiball hin und her beordert. Dafür verließ der Oberbürgermeister während des wichtigen Rechenschaftsberichtes des AZV und der darauf angesetzten Abstimmung die Beratung in Richtung Finanzausschuss.
  • Eigentlich wollte ich die Dippser Stadträte fragen, warum ich bisher keine Antworten auf die Anfragen der StattZeitung (vom 27. Juli) erhalten habe und worin sie (als Mandatsträger der Dippser Wählerschaft) speziell ihre Aufgaben in der Verbandsversammlung des AZV sehen. Wie oben erwähnt, waren aber E. Post und J. Strzebin gerade in der „falschen“ Sitzung, Axel Ruhsam habe die Mail nicht erhalten, Peter Kano fehlte entschuldigt und der Oberbürgermeister braucht ja noch etwas Zeit. Die StattZeitung wird berichten.
  • Die bisherige, zugegebener Maßen kritische, Berichterstattung in der StattZeitung muss dem Geschäftsführer ziemlich in die Nase gefahren sein. Verbunden mit einigen Kraftausdrücken sagte Uto Böhme, dass ich (Heiko Frey) hier „ausfällig geworden sei“, und er würde daher nicht mehr auf meine Fragen reagieren.
  • Da man als Gast über keine Vorlagen verfügt, kann man an der Diskussionsrunde mental eigentlich nicht teilnehmen. Das Vorlesen aus dem Rechenschaftsbericht stellte sich in meinen Ohren wie eine Lesung aus dem Kursbuch der Deutschen Bundesbahn dar. Die in den Raum geworfenen Zahlen kann man in der dargebotenen Form partout nicht verarbeiten. Daher beobachtete ich diverse „Nebensächlichkeiten“.
  • Anstatt einer zeitgemäßen Präsentation des Rechenschaftsberichtes las Geschäftsführer Uto Böhme einzelne Passagen noch einmal aus dem Papier vor, welches den übrigen Beteiligten bereits seit einiger Zeit vorlag.
  • Nachdem Sätze fielen, wie „sie schreibt hier“ oder „sie begründet es damit“ musste ich erst einmal (die Sitzung stören, und) den Geschäftsführer nachfragen, wer den Rechenschaftsbericht eigentlich verfasst hat. Antwort: Die Kämmerin Frau Parthey. Sie sollte sogar den Bericht auch vortragen, konnte aber aus persönlichen Gründen an dieser Versammlung doch nicht teilnehmen.
  • Einzelne Zahlen erklärte Böhme auch mal mit dem Satz: „weiß ich gerade nicht, was das ist“. Darum, dass die teilweise sehr hohen Außenstände des AZV reduziert werden, wolle man sich zukünftig aber „bemühen“.

Und sonst?
Die Vereinigung der AZVs Malter und Rabenau wird wohl kommen. Ralf Kerndt sprach zwar von vorhandenen „Befindlichkeiten“, dass die Wasserversorgung Weißeritzgruppe (WVW/ Trinkwasserzweckverband) als Alternative keine Erfahrungen habe und so nicht qualifiziert genug sei, dass den angeschlossenen Kunden und Zahlern keine Vergünstigungen entstehen werden, aber insgesamt (in der Verwaltung, bei der Softwarenutzung, beim Entsorgen von Klärschlamm) doch Kosten gespart werden könnten.
Im Schmiedeberger Gemeinderat wird man die Geschäftsführer Uto Böhme (AZV) und Frank Kukuczka (WVW) zur Meinungsbildung vorladen. Bürgermeister Kaupert vermag bereits jetzt eine Tendenz in Richtung Olsabachtal erkennen.

Die Menge von Fehleinleitungen, dass heißt Regenwasser im Schmutzwasserkanal, welche in einzelnen Bereichen in Dippoldiswalde sehr heftig sein soll, kommentierte Geschäftsführer Böhme selber mit den Worten „Das ist unnormal“. Gefragt, warum hier nicht das zur Ortung dieser Störungen geeignete und beim AZV sogar vorhandene Nebelgerät zum Einsatz kommt, beantwortete Böhme unsicher und hilflos. Angeblich würden die Hausbesitzer schnell mit Putzlappen die Leitungen zustopfen. Mich erinnerte diese sowie die Antwort im Frühjahr hinsichtlich der Berechnung von Brunnenwasser an das umgedeutete Sprichwort: „Wo kein Wille ist, ist auch ein Weg.“

Ein weiteres großes Kostenproblem für den AZV ist die derzeitige Bilanz bei der Entsorgung von dezentralen, privaten Klärgruben. Entgegen der ursprünglichen Kalkulation gab es hier einen finanziellen Verlust von fast 50.000,- Euro. „Die lachen sich zur Zeit kaputt!“ – schätzte Uto Böhme die Besitzer dieser Klärgruben ein. Befragt nach einer Lösung antwortete er „Ich weiß es noch nicht.“
Ob nun die Kalkulation geändert wird oder ob gleich eine ganz neue Satzung erstellt wird, die Gebühren für die Entsorgung privater Klärgruben werden ansteigen.

Noch drastischer werden zukünftig wohl die Gebühren für die Entsorgung des Regenwassers steigen. Aufgrund der Entwicklung von Wetter, Klima und Starkniederschlägen ist sich Geschäftsführer Böhme hier absolut sicher.

Fazit:
Wenn Sie nachfragen bzw. wenn Sie Informationen benötigen, werden Sie ganz schnell als Querulant abgetan. Fast scheint es, als würden Amtsinhaber und Mandatsträger gegen die Interessen der Bürger agieren, von denen Sie ursprünglich gewählt wurden bzw. von denen ihr Gehalt bezahlt wird.

Es ist höchste Eisenbahn, die Geschäftsabläufe innerhalb des AZV zu straffen und ein für die Zukunft tragfähiges Handlungskonzept zu verfassen. Dies zu überwachen ist Aufgabe der hierfür bestimmten Stadträte und der Bürgermeister. Ob es jedoch machbar ist, bleibt fraglich. So kommunizieren z.B. Chef (OB Kerndt) und Angestellter (Geschäftsführer Böhme) im vertrauten „Du“, was durchaus einen Interessenkonflikt entstehen lässt. Der bevorstehende Renteneintritt des derzeitigen Geschäftsführers wird eine positive Entwicklung des Verbandes mit Sicherheit aber nicht behindern.

Verärgert verbleibt Heiko Frey, der erst vor ein paar Wochen die Feuerwehr zum Auspumpen seiner Garage bemühen musste, weil der AZV mit seiner Aufgabe, der Ableitung von Regenwasser, überfordert war.

Probleme mit der Talsperre Malter?

August 28, 2010 Von: Karl-Heinz Sobierajski Kategorie: Landespolitik, Sonstiges, Tourismus, Umwelt Kommentare deaktiviert

Sollte es wirklich Probleme mit der Talsperre Malter geben, so ließen die sich ganz unkonventionell lösen. Die Landestalsperrenverwaltung müsste nur zusätzlich zwei versierte Mitarbeiter mit hohem fachlichen Potential einstellen.

Nämlich einen Forstfacharbeiter, der sich um den Baumbestand unmittelbar nach dem Einlauf aus der Vorsperre sowie in den Seitenarmen am Tännicht- und am Lämmergrund kümmert. Der Baumbestand ist sicherlich etwas zu dicht, aber das ließe sich durch zielgerichtete Rodung sicherlich ändern.

Der zweite Mitarbeiter braucht Kenntnisse im Montanbereich, also ein Bergbauingenieur, da er sich um die Abraumhalden, einmal in der Vorsperre und zum anderen entlang unterhalb der Bahnlinie, kümmern müsste. Diese kann man nicht so ohne weiteres beräumen. Sie sollten erst nach wertvollen Bodenschätzen, wie Öl, Blei, Zinn, Mangan o. ä. untersucht werden. Wer weiß, ob sich nicht der Abbau des einen oder anderen Minerals lohnt. Denn sicherlich hat man nicht ohne Grund diese Halden errichtet.

Man könnte natürlich das Problem ohne die Einstellung dieser beiden Fachkräfte lösen. Erstens, man läßt das Wasser in der Talsperre ganz ab und verzichtet auf alle touristischen Möglichkeiten, die sie eigentlich bieten sollte oder zweitens, man wartet bis das nächste Hochwasser kommt, welches das Problem mit den Abraumhalden und dem Baumbestand auf unkonventionelle Art behebt. Sollte jemand andere Lösungswege haben, so kann er die ja an die Landestalsperrenverwaltung senden.

Karl-Heinz Sobierajski

Landschaftsschutz 2010

August 26, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Freizeit und Erholung, Landkreis, Tourismus, Umwelt 1 Kommentar →

Es ist kaum zu glauben, aber beim Naturschutz sind noch Gesetze aus DDR-Zeiten, also dem letzten Jahrhundert, gültig.

Noch innerhalb des Stadtgebietes von Dippoldiswalde beginnt das Schwarzbachtal. Seine Quelle hat der Schwarzbach in der Nähe der Straße zwischen Obercarsdorf und Sadisdorf. In guten Zeiten blubbert aus dieser Quelle ständig so viel Wasser, als wenn man eine Badewanne ausschütten würde. In machen trockenen Sommermonaten liegt der Bach aber auch schon mal trostlos ohne fließendes Wasser brach.

Malerisch über grüne Wiesen, durch Weidengründe, manchmal leider auch vorbei an einer wilden Mülldeponie renitenter Dorfbewohner, fließt der Bach auch durch das Schwarzbachtal, an dessen Ende neuerdings alte Fischteiche wiederbelebt werden. Die Wiesen des Schwarzbachtales wurden im Jahr 1977 durch den Rat des Bezirkes Dresden auf einer Fläche von knapp 14 ha unter Naturschutz (NSG) gestellt. Insbesondere seltene oder vorm Aussterben stehende Pflanzen auf den Wiesen sollten geschützt werden. Um dies erfolgreicher praktizieren zu können und um Schadstoffeinträge der nahen Landwirtschaft abzumildern, wurden auch einseitig die Wälder am nordwestlichen Hang in das Naturschutzareal einbezogen. Leider ist das NSG aufgrund schlechter Öffentlichkeit der Betreiber einer unmittelbar angrenzenden Naturschutzstation selbst in Dipps nur wenig bekannt.

Vor etwa fünf Jahren verkaufte der Landkreis Weißeritzkreis unter Leitung des damaligen Landrates Bernd Greif den Waldbesitz im Naturschutzgebiet. Der neue Eigentümer nutzte die Gunst der Stunde und entnahm sofort die ältesten und wertvollsten Bäume. Er wüsste nichts von einem Naturschutzgebiet.

Die Wiesen „pflegt“ seit Jahren der LPV, der Landschaftspflegeverband (Sächsische Schweiz -) Osterzgebirge (und Vorland) e. V. Der LPV ist ein Zusammenschluss von Landwirten, Kommunen, Privatpersonen, Umweltverbänden und Vereinen. Der Geschäftsbetrieb wurde seit der Gründung des LPV in erster Linie durch staatliche Förderprogramme gesichert.
Mangels eigener personeller Ressourcen wurde die Pflege der Wiesen im Schwarzbachtal nach Kenntnis unserer Redaktion an die Osterzgebirgische Landschaftspflege GmbH (OLP) weitervergeben. (Entgegen den Pflichten des Telemediengesetzes findet man auf der Homepage der OLP kein Impressum. Zudem ist dieses Unternehmen in der Vergangenheit aufgefallen, als es (günstlings-)wirtschaftliche Beziehungen mit dem Landschaftspflegeverband unterhielt. Eine öffentliche Ausschreibung der Stadt Dippoldiswalde (ca. 30.000,- Euro), vorbereitetet durch den LPV, gewann … OLP. Der zuständige Bearbeiter wechselte unmittelbar nach Auftragsvergabe vom LPV zur OLP GmbH, und später wieder retour. Bis heute steht bei der Denic (das Unternehmen ist die zentrale Registrierungsstelle für deutsche Internetseiten) der LPV als Besitzer der Internet-Domain. Im aktuellen Handelsregisterauszug kann man aber sehen, dass sich 10% der Geschäftsanteile in Privatbesitz befinden. An oberster Stelle steht hier Bernd Hänel, der langjährige Chef des LPV. Die übrigen Anteile am Unternehmen OLP hält der Landschaftspflegeverband.)

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Die Arbeit bei der Wiesenpflege im Schwarzbachtal muss man aus Sicht des Umweltschutzes leider als katastrophal bezeichnen. Über die geschützten Wiesen fahren schwere Traktoren und hinterlassen jedes Jahr nach der Mahd und dem Abtransport des Schnittgutes tiefe Furchen. Die feuchten Wiesen werden fast bis zu einem halben Meter durch die schweren Geräte durchpflügt. Und dies jedes Jahr bis zu 2x.

Die naturnahen Bachläufe werden zerstört, da man ja die schwere Technik nicht über die einfachen Brücken transportieren kann.

Leider, und so kommen wir wieder an den Beginn dieses Textes, fehlen seit nunmehr 20 Jahren konkrete Handlungsanweisungen für dieses Naturschutzgebiet. Da es die zuständigen Ämter und Behörden bisher nicht schafften, das Naturschutzgebiet in bundesdeutsches Recht zu überführen, kann hier nahezu jeder machen, was er für richtig hält. Umweltaktivisten sowie engagierte Bürger kapitulierten resigniert.
Während Ämter und Behörden meist kurze Termine in ihren Bescheiden setzen, ist die originäre eigene Arbeit auch nach 20 Jahren eher Nebensache. Und so könne man auch jetzt noch nicht sagen, bis wann hier eine Änderung möglich ist. Kein Geld, kein Personal! Sollte man sich in vielen Jahren an die ursprünglich schützenswerten Pflanzen erinnern, dürften diese längst kaputt gefahren worden sein.

Hinweisschild zur „Nachhaltigkeit“ auf dem Naturlehrpfad im Schwarzbachtal! „Für den Erhalt der Naturlehrtafeln stehen leider keine finanziellen Mittel zu Verfügung. Diese werden dem natürlichen Verrottungsprozess überlassen bzw. sofern sich auch daraus Gefahrenmomente ergeben, werden die Tafeln abgebaut.“ – LRA Weißeritzkreis im August 2007

Leider verrottet tatsächlich auch dieses Schild derzeit unbeachtet im Wald.