Kennen Sie Carl-David Kiebsch?
Sollten Sie aber vielleicht! Denn dieser Mann gründete 1823 eine Stiftung. Mit dem Ertrag aus Bewirtschaftung und Verpachtung von Grundstücken sollten bedürftige, junge und unverheiratete Frauen unterstützt werden. Laut Archivunterlagen soll die Stiftung zwar schon 1962 aufgelöst worden sein. Ob dies aber rechtens war, wird derzeit gerade geprüft. Von den ca. 26 ha Land sollen sich einige Flächen bis jetzt noch im Eigentum der Stadt befinden.
Noch interessanter wird es, die Hintergründe der Juliane Eleonore Rüdiger-Stiftung zu beleuchten, da diese Stiftung bis heute fortbesteht. Frau Juliane Eleonore verwitwete Rüdiger stiftete ihr Vermögen 1869 zugunsten armer, ehrbarer und verschämter Dippoldiswalder Bürgerwitwen, welche in Dippoldiswalde wohnen oder aus Dippoldiswalde stammen. Die derzeit gültige Stiftungssatzung datiert vom 28.12.1942.
Im noch heute gültigen Testament wurde verfügt, dass die Stiftungsverwaltung dem Stadtrat von Dippoldiswalde in seiner Eigenschaft als Ortsarmenbehörde übertragen wird. Stiftungsvorstand bzw. Vertreter der Stiftung ist der Bürgermeister. Und so ist Bürgermeister Kerndt unter anderem auch zuständig, eine Auswahl der zu unterstützenden Witwen vorzunehmen sowie über die Höhe der Unterstützungen zu entscheiden.
Das aktuelle Stiftungsvermögen wurde seitens der Stadtverwaltung mit 5.411,03 € beziffert. Ob sich die 738 Witwen, die Mitte Oktober 2009 in Dippoldiswalde wohnten, Hoffnung auf eine Auszahlung machen können, dürfte jedoch bezweifelt werden. Die Stadtverwaltung prüft gegenwärtig mit der zuständigen Landesdirektion Dresden, ob es Möglichkeiten für eine Anpassung des Stiftungszweckes an die geänderten Verhältnisse gibt.
Wie es bei beiden Stiftungen weitergeht? Wir werden berichten.



