Dippser StattZeitung

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Artikel der Kategorie April, 2010

Sind die Unabhängigen Bürger wirklich unabhängig?

April 27, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Parteien in Dipps, StattVerwaltung/ StattRat 4 Kommentare →

Klare Antwort: Nein!
Diese Antwort erteilte Irena Hoffmann, die Hauptamtsleiterin im Dippser Rathaus im Vorfeld der Kommunalwahlen 2009.

Sie heißen „Bürger Bund Bonn“, „Bürger in Wut“, „Für unser Rastatt“, „Unabhängige Wählergemeinschaft für Münster“ oder „Junges Freiburg“. Und es sind alles politische Vereinigungen, die, ohne eine Partei sein zu wollen, bei Wahlen als Wählergruppe/ Wählergemeinschaft antreten. Bei den Kommunalwahlen in Sachsen im vergangenen Jahr wurden unabhängige Wählergruppen hinter der CDU die zweitstärkste Kraft. Das sächsische Landtagswahlgesetz erlaubt allerdings keine Wählervereinigung, so dass einzelne Mitglieder der Freien Wähler 2007 eine Partei Freie Sachsen gegründet haben. Damit erreichten sie 1,4% bei der Landtagswahl 2009. Dies jedoch nur am Rande.

In Dipps heißen die Freien Wähler „Unabhängige Bürger Dippoldiswalde“. Uns interessierte, wie (un)abhängig die Vertreter der Unabhängige Bürger tatsächlich sind. Und die Antwort von Irena Hoffmann war schon recht erstaunlich.

Die Wählervereinigung muss … aus mindestens drei wahlberechtigten Personen bestehen. Als Bewerber in Wahlvorschlägen kann nur benannt werden, wer in einer Versammlung der im Zeitpunkt ihres Zusammentritts wahlberechtigten Angehörigen der Wählervereinigung von der Mehrheit der anwesenden Angehörigen der Wählervereinigung hierzu gewählt worden ist.

Es gilt, wer als Initiator noch zwei weitere Bürger findet, die wie er einen Wahlvorschlag einreichen wollen, der spricht mit ihnen ab wann und wo die erforderliche “Versammlung zur Bewerberaufstellung” erfolgt. Diese Einladung ergeht mündlich oder schriftlich und kann auch weitere Interessenten einschließen.

Ausschließlich der Einladende entscheidet, wer zum Kreis der Einzuladenden gehört.

Der Kopf der Unabhängigen Bürger in Dippoldiswalde, also der Einladende, ist der amtierende Stadtrat Gunter Ullrich. Nur wer Gunter Ullrich genehm ist, wird eingeladen bzw. angesprochen. Statt Unabhängige Bürger könnte man diese Wählervereinigung daher auch gern als „Freunde Gunter Ullrichs“ bezeichnen.

Ullrich_Gunter

Äußerst delikat war die Kandidatur von unserem amtierenden Oberbürgermeister Ralf Kerndt, der auf der Liste der Unabhängigen Bürger den Chefsessel im Rathaus erreichen konnte. Ohne den Gönner Ullrich hätte sich Kerndt zu dieser Zeit beruflich neu orientieren müssen. Aber es reichte bekanntlich für den sicheren und gut dotierten Posten des Bürgermeisters. Und dafür kann man doch auch etwas Dankbarkeit erwarten?

Vor diesem Hintergrund sind einige Entscheidungen aus dem Rathaus/ Stadtrat vielleicht besser nachvollziehbar. Der Rechtsstreit um den Busbahnhof wäre vielleicht eher entschieden. Hier geht es ja eigentlich um Kerndt vs. Ullrich. Letzterer wird allerdings durch eine Rechtsschutzversicherung vertreten. Und trotz dieses Vorgangs beteiligt sich das Ingenieurbüro Ullrich (und Ruhsam) immer wieder fleißig und erfolgreich an städtischen Bauvorhaben.

Da im nächsten Jahr in Dippoldiswalde wieder ein(e) Bürgermeister(in) gewählt werden muss, bleibt nun die spannende Frage, wer für die Interessengruppe Ullrich antreten wird.

Eine persönliche Anmerkung: Selbst wenn Sie mal eine Einladung in den erlauchten Kreis der „Unabhängigen Bürger“ erhalten, kann es durchaus sein, dass der Freundeskreis schon vorher über Sie gerichtet hat. Dann passiert es völlig demokratisch und legal, dass Sie bei der Versammlung zur Bewerberaufstellung durchfallen. Und alle Anwesenden – außer Ihnen – haben es vorher schon gewusst. (Eine durchaus bemerkenswerte Erkenntnis bei meinem Versuch, bei der Stadtratswahl 2009 als „Unabhängiger Bürger“ zu kandidieren.)

Übrigens kann, so ergänzte Irena Hoffmann in ihrem Schreiben,

immer und zu jeder Zeit eine solche “Versammlung” stattfinden. Wenn sich z.B. an einem Familientreffen drei Anwesende (Bürger) spontan entscheiden, einen Wahlvorschlag einzureichen, so können sie mit der Versammlung sofort beginnen und ihre Bewerber aufstellen.

Damit erscheint doch die Einladung zur nächsten Geburtstagsfeier bei Tante Erna in einem völlig anderen Licht, oder?

Tausend Tele-Tips …

April 27, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Historisches, Kunst/Kultur Kommentare deaktiviert

… erhalten Sie hier nicht. Aber historisch Interessierte freuen sich bestimmt über eine Ergänzung zum Thema Bergbau und Dippoldiswalde.

frm

Das FRM-Regionalfernsehen berichtet vom 26.4. – 2.5.2010 über die Konservierung der in Dippoldiswalde geborgenen archäologische Funde. Dies ist der erste Teil einer 3-teiligen Dokumentation. Die Sendezeiten sind täglich von 7:30 Uhr bis 23:30 Uhr, immer zur halben Stunde.

Restaurierung
Und im Internet gibt’s das Programm, wann immer Sie wollen.

Zum Kopf kommt jetzt ein Körper

April 27, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Kunst/Kultur, Tourismus Kommentare deaktiviert

Der Paulsdorfer Skulpturenpark wird im Mai um eine Attraktion reicher. Herr Georg Wiedemann teilte uns dazu folgendes mit:

Der kommende Stern am Bildhauerhimmel heißt für mich Frau Dana Meyer. Als Studentin der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Halle schuf sie die im Photo zu sehende Stahl-Skulptur “AThomas”.

athomasAThomas (Stahl-Skulptur von Dana Meyer)

Dieser Begriff resultiert aus einer Wortschöpfung, nämlich aus einer Kombination von “Adonis” und “Thomas”, so heißt der Bruder von Frau Meyer.

Nun kommt zu dem im Skulpturenpark schon seit längerem zu sehenden Kopf von Hannes Schütz (Stahl, 2007) der passende Körper…

Hannes Schütz (Stahl, 2007), Sammlung Wiedemann

Hannes Schütz (Stahl, 2007), Sammlung Wiedemann

Änderung/Aktualisierung am 28.04.2010: Die Skulptur heißt richtig AThomas und die Künstlerin hat uns ein besseres Foto für diese Veröffentlichung geschickt. Herzlichen Dank.

Tischtennis Stadtmeisterschaft am 28.5.2010

April 27, 2010 Von: Samuel Hochauf Kategorie: Veranstaltungen, Vereine berichten Kommentare deaktiviert

Hallo liebe Freunde des schnellsten Zelluloidballes der Welt. Die alljährlichen Tischtennis Stadtmeisterschaften werfen ihre Schatten voraus. Am 28.5.2010 ab 18.00Uhr ist es wieder soweit. Im Rahmen des Dippoldiswalder Stadtfestes wird im Sportpark schon zum 5. Mal um den begehrten Titel des/der TT-Stadtmeisters(in) gekämpft.

Ihr sucht eine Möglichkeit euer Können, eure Ausdauer und euren Kampfgeist unter Beweis zu stellen? Dann ist dieses Turnier genau das richtige. Es wird nicht nur ein Stadtmeister der aktiven Tischtennisspieler sondern auch einer aus dem Bereich Freizeitsport gekürt.

Dipps TT Stadt Meisterschaft Preise

Wie der Name des Turniers schon verrät, sind all diejenigen spielberechtigt, die ihren gemeldeten Wohnsitz in Dippoldiswalde (und den zugehörigen Gemeinden) haben, sowie alle, die in Dippser Sportvereinen (auch andere Sportarten) aktiv sind. Damit hat jeder Dippser die Chance auf einen der begehrten Pokale.

Details:

  • Start: 28.5.2010, 18.00Uhr
  • Ort: Sportpark Dippoldiswalde, Feld 3 und 4
  • Anmeldung: bis spätestens 17.30Uhr direkt in der Halle oder vorab per E-Mail unter stadtmeisterschaften-2010[at]freenet.de
  • Ausgespielte Stadtmeister in folgenden Kategorien:
    1. Damen (aktiv)
    2. Herren A (aktiv in Liga Kreisunion aufwärts)
    3. Herren B (aktiv in Kreisliga und Kreisklasse)
    4. Freizeitsport (Damen, Herren, Jugend nicht aktiv spielend)
  • Spielberechtigt ist jeder Dippoldiswalder und jedes Mitglied in einem Dippoldiswalder Verein

Mitzubringen sind:

  • Hallensportschuhe (mit heller Sohle)
  • Tischtennisschläger
  • Passende Bekleidung

Optional mitzubringen:

  • Kampfgeist
  • Siegeswille

Sie können sich für Tischtennis begeistern, wollen aber nicht gleich bei Stadtmeisterschaften mitspielen? Kommen sie einfach an diesem Tag in den Sportpark und begleiten sie die Sportler(innen) als Zuschauer. Lassen sie sich begeistern von kleinen weißen Bällen, die mit Geschwindigkeiten jenseits der 150km/h über einen kleinen Tisch fliegen, von Spielern die ihr ganzes Können in „den einen Schlag“ stecken, der ihnen den Sieg bringt und einer Atmosphäre die ihresgleichen sucht.

Werbung mit dem historischen Stadtkern

April 26, 2010 Von: Karl-Heinz Sobierajski Kategorie: Historisches Kommentare deaktiviert

Werbung mit Historischen Stadtkern

Vor einiger Zeit war in der Sächsischen Zeitung zu lesen, dass die Häuser rund um den Markt in Dippoldiswalde nun saniert sind. Dies wurde nach Abschluss der Arbeiten am Gebäude der Stadtsparkasse festgestellt. Leider ist der Redaktion der Sächsischen Zeitung dabei entgangen, dass eines der wertvollsten historischen Gebäude immer noch ein trauriges, dem Verfall preisgegebenes Dasein fristet.
Es handelt sich um das Maltizsche Bergamt.

Ehemaliges Maltitzsches Bergamt

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Dieses Haus mit dem Rundbogenportal trägt das Wappen derer von Maltitz sowie die Büsten des Kurfürsten “Johann Friedrich” und des Herzogs “Heinrich der Fromme” mit den dazugehörigen Wappen.
Wie hinlänglich bekannt ist, war es Sigismund von Maltitz; der im Jahre 1507
das Nasspochwerk erfand und damit dem Bergbau einen großen Fortschritt brachte. Dippoldiswalde verdankt dem Bergbau seinen wachsenden Wohlstand im 16. Jahrhundert. Daher ist es sicherlich an der Zeit, etwas für den Erhalt dieses historisch wertvollen Hauses zu tun, zumal es ja auch mit dem Wachsen und Werden der Stadt Dippoldiswalde auf das engste verbunden ist. Alleine die kleine Tafel “DENKMAL” macht es nicht zu einem sanierten Gebäude.
Es kann doch auch nicht im Sinne der Stadt sein, wenn der Händler, welcher zur Zeit die Räume im Erdgeschoss und der ersten Etage gemietet hat, an der Fassade des Hauses Haken einschlägt, um daran seine Waren, wie zum Beispiel Schlitten, zu hängen. Ich glaube kaum, dass es den Stadtvätern gefallen würde, wenn diese Art der zur Schaustellung am Rathaus, am Reichelsche Haus (dem heutigen Polizeirevier) oder an anderen Gebäuden rund um den Markt
praktiziert würde. Wenn man also Werbung mit der historischen Altstadt macht, sollte auch etwas für diese getan werden. Die Stadt Dippoldiswalde hat leider noch eine ganze Reihe von Schandflecken, die nicht gerade ein Aushängeschild für den Tourismus sind. Stellvertretend dafür möchte ich nur das ehemalige Hotel “Roter Hirsch” am Obertorplatz oder die “Haferflockenfirma” bzw. die Altgebäude der “Hydraulik” an der B 170 nennen. Auch die einstmals angefangene, aber nicht fertig gewordene Großbäckerei an der Nikolai-Ostrowski-Strasse und deren Umfeld gehören zu diesen Schandflecken.

Karl-Heinz Sobierajski