“Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, sorge für einen bequemen Sattel – es könnte ein langer Ritt werden!” (Frank Menzel)
„Der Stadtrat nimmt den Jahresabschluss 2012 der KWG (Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH) Dippoldiswalde und die Ergebnisverwendung feststellend zur Kenntnis.“
So lautete die Tagesordnung am vergangenen Mittwoch. Dazu wurde Thomas Bochmann von der R&M Hausverwaltung Dresden eingeladen, der die Geschäfte der KWG führt.
Gestern sei es spät geworden (Fußball), die Tagesordnung der Stadtratssitzung sei noch lang, hier ist eine korrigierte Bilanz aus dem Jahr 2012 und den Bericht der Wirtschaftsprüfer hätten schlussendlich auch alle Stadträte erhalten und wenn es sonst noch Fragen gäbe … ?
20 Kopien der korrigierten Bilanz konnte der Geschäftsführer der KWG noch verteilen, dann sei das Papier alle gewesen. Und damit war Thomas Bochmann bereits am Ende seiner Ausführungen.
Sollten hier im Folgenden verschiedene Zahlen falsch wiedergegeben sein, dann liegt das an der Unüberschaubarkeit dieses Tagesordnungspunktes. Die Zahlen, die der Beamer auf der Wand veröffentlichen sollte, waren einfach nicht les- bzw. nachvollziehbar.
Fakt ist jedoch, dass der Vermietung bei der KWG mit etwa 5% Leerstand sehr ordentlich ist. Lediglich die Wohnungen in Zinnwald bereiten arge Probleme (30% Leerstand). Die Aufwendungen für Rekonstruktionen und Modernisierungen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Insbesondere durch Ehepaare, die sich räumlich verkleinern wollen oder die ihre Häuser in der ländlichen Region im Umland verkauft haben, sei das Interesse an Wohnungen in Dippoldiswalde sehr hoch. Hier erwartet Thomas Bochmann auch für die kommenden Jahre weiterhin Bedarf für seine Wohnungen.
Das größte Problem: Die KWG wird durch die Zinsen erdrückt. Trotz vorgenommener Umschuldungen aufgrund der derzeit günstigen Zinssätze bezahlt man (also die Mieter) ca. 850.000 Euro für die Kredite – ohne Tilgung. Und auch dadurch entstanden allein im Jahr 2012 über 65.000 Euro neuer Verlust.
Wo der Lichtstreif am Horizont ist, oder warum die KWG selbst bei diesem guten Vermietungsstand keinen Gewinn erwirtschaftet? Thomas Bochmann verwies auf die Altschulden aus dem Einigungsvertrag sowie auf gravierende Fehlentscheidungen beim Bau der Häuser „Heidepark“, Alexander-Puschkin-Straße. Generell könnte man nun zum Teil durch Mieterhöhungen reagieren, die nicht nur bei Neuvermietungen zum Tragen kommen, sondern die auch bei Bestandsmietern durchgesetzt werden.
Seitens der Stadtverwaltung wurde angeregt, dass der Gesellschaftervertrag im August zugunsten von Dippoldiswalde geändert werden soll. Die Frage, warum Dippoldiswalde weiterhin auf einem toten Pferd reiten will, wurde nicht gestellt.
Aus diesem Grund empfiehlt die StattZeitung folgende Homepage, wo etwas über 60 weitere Erfolgsstrategien für diese Problemstellung („moderne Verwaltungsführung“) zusammengefasst wurden. Der Autor dieser Seite ist übrigens Bürgermeister in Bergkamen (NRW).