Der Protest wird lauter
In der letzten Sitzung im November beschloss der Dippser Stadtrat, „einer Übertragung der noch in kommunaler Trägerschaft befindlichen Kindertagesstätten in Freie Trägerschaft grundsätzlich zuzustimmen“
Dies veranlasste ca. 30 Gäste (Schätzung d. StattZeitung) bei der gestrigen Stadtratssitzung, ihren Unmut über diesen Beschluss zu äußern. So wurden Unterschriften gegen dieses Vorhaben in Schmiedeberg, Berreuth, Seifersdorf und Reichstädt sowie in Hennersdorf gesammelt. Diese Petitionen wurden gestern dem Bürgermeister übergeben. Da allein in Schmiedeberg knapp 600 Eltern, Erzieher und Anwohner unterschrieben haben, dürfte sich die Summe aller Unterschriften in diesen Listen auf knapp 1.000 bewegen.
Matthias Franke, Elternrat in der Grundschule von Schmiedeberg, nannte viele Nachteile, die eine Privatisierung der städtischen Kitas nach sich ziehen würde. Die Vertreter aus Hennersdorf verlangten einen Kostenvergleich, welche Vorteile dieser einschneidende Schritt für Dippoldiswalde bringen würde.
Oberbürgermeister Jens Peter beruhigte die aufgeregten Gäste indem er sich erst einmal formell über das Interesse an der Kommunalpolitik freute. Weiter erklärte er, dass eine Privatisierung bisher noch nicht beschlossen sei, sondern lediglich erst einmal ein „Grundsatzbeschluss über die Absicht dieses Schrittes“ gefasst wurde.
Diese Aussage stimmt leider mit dem Handeln des Rathauses nicht überein. Dort wurde vor wenigen Tagen eine Bekanntmachung veröffentlicht, dass man die feste Absicht habe, die Kindertagestätten an Freie Träger zu übergeben. Insofern sind die Würfel eigentlich gefallen, die Verwaltung wird später auf diesen Beschluss des Stadtrates verweisen und daran erinnern, dass man ja rechtzeitig die Bürger über alle anstehenden Absichten informiert habe.




