Dippser StattZeitung

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Artikel der Kategorie ‘Allgemein’

Lecker,bekömmlich,schmackhaft und besonders: Aus Dipp’s !

April 23, 2016 Von: Werner Irmscher Kategorie: Allgemein, Gewerbe, Historisches, Kultur Kommentare deaktiviert

Seit 1995 findet jährlich am 23. April ein sogenannter „Tag des deutschen Bieres“ statt, mit dem die deutsche Brauwirtschaft an das Reinheitsgebot erinnern möchte. An diesem Tag, vor 500 Jahren, also 1516, erließen die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. in Ingolstadt eine Verordnung, demnach nur Gerste, Hopfen und Wasser zum Brauen von Bier verwendet werden solle. Die Existenz und Wirkung von Hefe waren derzeit noch nicht bekannt weswegen sie erst später ein fester Bestandteil des Gebotes wurde. Uns eher bekannt wurde diese Anordnung als „Reinheitsgebot“ der deutschen Biere.


Also hatte man auch in Dippoldiswalde, in Würdigung dieses Tages, die Braukessel in Betrieb gesetzt. Wo? Natürlich im Beruflichen Schulzentrum, kurz I-Schule oder früher Müllerschule genannt. Die „Schöler dieser altehrwürdigen Lehranstalt“ hatten unter Anleitung des dortigen Lehrers und Braumeisters sowohl Jubiläums-Bier, Mai-Bock als auch Pilsner gebraut, und diese Dipp’ser Biere zum probieren angeboten. Neben vielen Informationen rund um das Braugewerbe, standen auch die verschiedensten Zutaten zum verkosten bereit wie z. B. Caramalz, Rauchmalz oder Pilsner Malz. Zehn Gäste, die teils sogar selbst früher diese Schule absolviert hatten, waren als ich dazu kam im Gespräch rund um dieses schöne Getränk. Da gab es viel interessantes zu erfahren, so zum Beispiel dass in Nürnberg schon 1303 aufgrund einer Hungersnot erlassen wurde, nur Gerste und kein anderes Getreide zum Bierbrauen verwendet werden durfte, weil Weizen und Roggen dringend für das alltägliche Brotbacken zur Verfügung bleiben sollte. Im Wirtshausgesetz der thüringischen Stadt Weißensee, sind schon 1434 „mannigfaltige Gesetze“ über das „Benehmen in Wirtshäusern“ und das Brauen von Bier enthalten. So auch die Bestandteile für das Bierbrauen, nämlich Wasser, Malz und Hopfen. Und so auch wurde in unserer Stadt früher schon Bier gebraut und heute immer noch. Wenn auch nur gelegentlich. Also mir hat das kräftig würzige Dippold-Bräu recht gut gemundet. Und wenn sie jetzt denken, oh verflixt, da hab ich doch was verpasst, dann kann ich sie vertrösten auf den September. Denn vor 750 Jahren hat ja Markgraf Friedrich der Erlauchten zu Meißen, urkundlich entschieden, dass alles Bier und anderer Bedarf für die Bergwerke nirgend anders als zu Freiberg geholt werden soll., und nicht mehr aus Dippoldiswalde. Doch dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Jedenfalls wird wieder im beruflichen Schulzentrum Dippser Bier gebraut. Also ich bin schon sehr neugierig, auf dieses Jubiläumsbier.

Die Gewinner wurden gewählt …

April 18, 2016 Von: Elke Gebert Kategorie: Allgemein Kommentare deaktiviert

Der 23. Durchgang des Fotowettbewerbes der Dippser StattZeitung ist Geschichte, genau wie sein Thema “Weihnachts- und Winterimpressionen (auch ohne Schnee)”.

Der Sieger sowie die Platzierten stehen fest. Übrigens haben alle drei ihre Fotos am letzten Tag des Wettbewerbes eingereicht. Da kann man nur sagen: “Die Letzten werden die Ersten sein.” Hier sind sie:

Der 3. Platz geht an Herrn Peter Voigt mit seinem Foto vom “Vorfrühling”

Auf den 2. Platz wurde Frau Nadine Bormann mit dem Foto “Lichtblick” gewählt.

Und den 1. Platz belegt Herr René Storch mit einem schönen Foto aus der Advents- und Weihnachtszeit. Sein Titel lautet: “Der Baum bleibt draußen …”

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern und vielen Dank an die anderen zahlreichen Teilnehmer und natürlich an die Sponsoren und die Jury. Das neue Thema darf nun Herr Storch festlegen. Dieses wird in Kürze bekanntgegeben.

Und die Zeitung spricht von “digitaler Revolution”

April 04, 2016 Von: Heiko Frey Kategorie: Allgemein Kommentare deaktiviert

Während der Landkreis und auch Dippoldiswalde informationstechnisch eher im Mittelalter dahinsiechen, fragt die Sächsische Tageszeitung tatsächlich nach einer digitalen Revolution. Revolutionär wäre es, wenn unser Landkreis Vorreiter in Sachen Internet wäre, eigene Technologien entwickeln würde und andere Regionen beraten könnte. Aber lediglich den Mindeststandard erreichen, damit simple IP-Telefonate endlich wieder uneingeschränkt möglich sind?
Totzdem ist das Interview mit Sachsens Ex-Kultusminister Roland Wöller recht aufschlussreich.

Als Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) sitzt er nun quasi auf der anderen Seite der Verhandlungsbank und soll als Lobbyist die Regierung “unterstützen”.

Auf den Zustand des Breitbandausbaus in unserem Landkreis angesprochen – mehr als die Hälfte der Haushalte können nicht auf ein schnelles Internet zurückgreifen – antwortete der Ex-Politiker “Hier ist der Staat gefordert, der schnell und massiv investieren muss. Die digitale Infrastruktur gehört zum Leben, wie Straßen und fließend Wasser, sonst machen Investoren einen Bogen um Sachsen und Deutschland.”


Aus meinem langen Leben geplaudert

März 08, 2016 Von: Werner Irmscher Kategorie: Allgemein, Dippolds Info, Historisches, Jugend, Kernstadt Dippoldiswalde, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert

Also mein Vater war der Friedrich Simon Ackermann. Ich wurde 1888 fertiggestellt, und hieß „Deutsche Müllerschule Dippoldiswalde“. Meine älteren Geschwister sind die „Handelsschule für Müller“ (1881) aus Halle, und die „Fachschule für Müller “ (1882) in Roswein. In erstgenannter lernten damals zwei Leute das Müllerhandwerk. Als ich 1888 durch den Baumeister Ernst Otto Schmidt mein neues Outfit erhielt, beherbergte ich immerhin schon 45 Studenten dieses schönen Handwerks.

Müllerschule um 1900

In den folgenden Jahren habe ich noch andere Namen gehabt: „Fachschule für Müllerei“, „Ingenierschule für Lebensmittelindustrie“ und heut’ bin ich schlicht das „Berufsschulzentrum“ Freital, Außenstelle Dippoldiswalde. In schönsten Zeiten waren über 1200 Studierende in meinen Räumen, aber das ist lange her und nun sind es nur noch wenige, die bei mir in diesem spannenden Berufsgebiet ausgebildet werden. Deshalb hatte ich am 5. März dieses Jahres einen „Tag der offenen Tür“ um allen zu zeigen, wie toll ich mittlerweile ausgestattet bin, und was man trotz meines Alters bei mir lernen kann. So konnte ich den interessierten Besuchern hochmoderne chemische Labore und Analysetechnik zeigen; mikrobiologische Untersuchungen kann ich, genauso wie zum Beispiel verschiedenste Lebensmittel herstellen und Bestandteile untersuchen. Für den heutigen Tag hat mein supermoderner Backautomat leckeren Bienenstich (nach Rezept meiner Lehrkräfte) zur Verkostung hergestellt.

Backautomat

Und in meinem Lieblingslabor hatten Lehrer und Studierende schon Wochen vorher viele Liter herrlich goldgelbes schäumendes Gebräu hergestellt, welches man lange vor meiner Kinderzeit bereits getrunken hat. Dippser Bier. Natürlich nach dem Deutschen Reinheitsgebot, mit viel Gerste, Hopfen und ganz ohne Glyphosat.

Braukessel

Und vielleicht ist der eine oder andere Besucher doch auf den Geschmack gekommen, also nicht nur den des Bieres, sondern auf ein Studium der interessanten und vielfältigen Welt der Lebensmittelindustrie. Das wäre eine Freude und Anerkennung für mich.
Und übrigens, am 23. April 2016 kann man wieder bei mir reinschauen. Also ich freue mich schon auf Euren Besuch.
So nebenbei, das Thema Dippser Bier ist ja in diesem Jahr besonders interessant, aber davon erzähle ich ein anderes Mal.

Klimaschutz? Dipps?

März 07, 2016 Von: Heiko Frey Kategorie: Allgemein, Aus dem Rathaus, Energieversorgung, StattVerwaltung/ StattRat, Umwelt Kommentare deaktiviert

Das Klimaschutz insbesondere für die folgenden Generationen wichtig ist, dürfte unbestritten sein. Es gibt viele Kommunen und Gemeinden, die sich bereits jetzt ein Klimaschutzkonzept verordnet haben (z.B. Dresden oder Pirna), die in Klimabündnis-Vereinen mitarbeiten. Falls dies nicht möglich ist, unterstützen viele Gemeinden aber auch regionale Energietische oder Bürgerenergieanlagen.

Vorreiter, und dies gibt es nicht nur in Kommunen sondern auch schon auf Landkreisebene, planen in absehbarer Zeit sogar einen autarken Energiekreislauf. Diese positiven Beispiele gibt es nicht nur im sonnigen Süddeutschland, sondern auch in Sachsen! Mit dem Hinblick auf schnelles Geld durch Konzessionsabgaben hat sich unsere Stadt hier auf lange Zeit von diesen Möglichkeiten verabschiedet. Aber auch sonst ist nicht erkennbar, dass im Rathaus Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Bei einer Nachfrage im Stadtrat antwortete Oberbürgermeister Jens Peter, dass es tatsächlich noch großes Handlungspotential gäbe.

Ein positives Beispiel was er trotzdem nannte – nämlich die Photovoltaikanlage auf der Reichstädter Schule – wurde seinerzeit dummerweise vom Fragesteller mit initiiert.

Ist also dem Oberbürgermeister bewusst, welche Verantwortung er diesbezüglich trägt? Weiß Jens Peter, dass durch die Wertschöpfung bei der Nutzung regionaler Kreisläufe ein Vielfaches von dem übrig bleibt, was ursprünglich investiert werden muss? Und hat die Stadtverwaltung den Willen, hier in absehbarer Zeit etwas zu unternehmen?
Die Antwort war genauso überraschend wie auch vage: Seitens der Stadt werde gerade geprüft, ob für die internen Rathausangelegenheiten ein Elektroauto angeschafft werden könnte. Mehr hatte Jens Peter hierzu nicht zu sagen. Und die über 20 Glühlampen im Ratssaal leuchteten/ heizten weiter und auch alle anderen Klimasünden der Stadt blieben unbedacht.

Anmerkung:
Im Vorfeld der Stadtratssitzung am 24. Februar stellte ich unserem Oberbürgermeister verschiedene Fragen. Um Missverständnissen vorzubeugen, habe ich um eine schriftliche Beantwortung gebeten. Aus seinem Büro kam auch die Bitte nach etwas Zeit für die Beantwortung, da eine genauere Recherche notwendig sei.
Vollkommen überraschend stellte sich Jens Peter dann doch der Verantwortung während der Bürgerfragestunde. Allerdings verlangte der Rathauschef eine verkürzte Formulierung der ihm schriftlich vorliegenden Fragen und ließ es nicht zu, dass ich mir schriftliche Notizen machen konnte. Insofern sind die folgenden Antworten eher als Gedächtnisprotokoll zu verstehen, die Verantwortung hierfür liegt daher beim Oberbürgermeister.