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Artikel der Kategorie ‘Landkreis’

Gentechnikfreie Landwirtschaft in unserem Landkreis?

September 26, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Gesundheit, Landkreis, Umwelt 3 Kommentare →

Im Rahmen der „Tage des ländlichen Raumes“ fand am heutigen Sonntag eine äußerst interessante Diskussion statt, Thema: „Gentechnik im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“.
Anlass für diese Diskussionsrunde war ein Antrag der SPD/Grünen-Fraktion im Kreistag im Juni, wo den landwirtschaftlichen Unternehmen im Landkreis empfohlen werden sollte, einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur gentechnikfreien Pflanzenproduktion beizutreten. Die Kreisräte fanden jedoch keinen Konsens und wollten mehr Informationen.

Und so diskutierten:
Dr. Bernd Maurer
Referatsleiter für Bio- und Gentechnik, Chemikalien im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Rolf Bobe
Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Geschäftsführer der Agrarproduktion Lohmen
Dr. Uwe Schrader
Vorstandsvorsitzender des InnoPlanta e.V., Gatersleben und Abgeordneter (FDP) im Landtag von Sachsen-Anhalt
Jens Heinze
Grüne Liga Osterzgebirge e.V.
Ulf Müller
Betriebsbetreuer bei der Gäa- Vereinigung ökologischer Landbau e.V. Landesverband Sachsen
Die Moderation übernahm Hubertus Grass, ehemaliger Landesgeschäftsführer von B‘90/ Grüne und derzeit in der Geschäftsstelle zur Vorbereitung des Evangelischen Kirchentages 2011 in Dresden tätig.

Im Bild: Die Herren Müller, Bobe, Schrader, Grass, Heinze und Maurer (v.l.)

Alle vorgetragenen Argumente hier wiederzugeben, würde diesen Artikel sprengen, zumal auch unter den Gästen einige Kreisräte waren, die ihre persönlichen Animositäten nicht verstecken wollten.

Als (nicht unvoreingenommener) Zuhörer konnte man erkennen, dass Gentechnik-Befürworter gern ein bisschen am Erbgut der Pflanzen ausprobieren möchten. Mit der Rechtfertigung, dass Kreuzen und Züchten von Pflanzen in der Vergangenheit ja auch schon eine Art Genmanipulation gewesen wäre. Außerdem wären „Schwellwerte“, also Verunreinigungen von Saatgut und Produkten in anderen Bereichen viel höher.

Die Gentechnik-Gegner prangern an, dass mit der Genmanipulation eher an Symptomen herumgedoktert wird, anstatt die Ursachen der Probleme zu suchen. Eine bessere Fruchtfolge auf dem Acker, weniger Monokultur und größerer Artenreichtum können viel verändern und die Manipulation überflüssig machen. Sie plädieren für eine Null-Prozent-Regelung, also für ein Verbot der Gen-Versuche, da eine Abtrennung in der Natur und in der Verarbeitung unmöglich ist. Der Wind und die Bienen halten sich eben nicht an die Grenzen und Gesetze und der Mähdrescher wird auch nicht bis zum letzten Korn gereinigt, bevor er aufs nächste Feld fährt.

Interessant ist die Ablehnung der Gentechnik durch den Vertreter des Bauernverbandes. Er verlangte mehrfach, dass die Gen-Forschung in die öffentliche Hand, also zum Staat gegeben wird. Nur so sind Interessenkonflikte von Forschung und Industrie zu vermeiden, nur so ist auch eine neutrale Bewertung der Versuchsergebnisse möglich. Vielleicht spielt hier schon die Angst eine Rolle, durch verändertes Saatgut abhängig von der Industrie zu werden?

Die Sächsische Staatsregierung versucht sich, aus allem heraus zu halten. Was in Europa erlaubt ist, muss auch in Sachsen gelten und letztendlich soll jeder Bauer innerhalb dieser Regeln frei entscheiden dürfen.

Trotzdem fand man am Ende der Diskussion zu einer Einmütigkeit:
* Genveränderte Lebensmittel müssen deutlich sichtbar deklariert werden.
* Der Staat darf sich aus der Forschung nicht zurückziehen und muss hier mehr Geld investieren.

Außerdem scheinen alle Beteiligten froh, dass es zu diesem Dialog gekommen ist, der fortgeführt werden sollte. Ob die Kreisräte nun doch zu einer einvernehmlichen Beschlussfassung kommen?

Sturzgefährdete Felsenblöcke zwischen Hrensko und Schmilka

September 02, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Landkreis, Nebenan, Tourismus, Verkehr Kommentare deaktiviert

Durch die Kollegen der böhmischen Nationalparkverwaltung wurden der Staatsbetrieb Sachsenforst über folgendes informiert:

„Bei einer Revision der Felsenhänge über der Straße I/62 von Hrensko nach Schmilka haben unsere Geologen 4 sturzgefährdete Felsenblöcke mit einem Gesamtvolumen von 90 m3 entdeckt. Nach der Weiterleitung dieser Information an die Gemeinde und die Straßenverwaltung wurde die Straße durch die letztgenannte Institution gestern auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Über die weitere Entwicklung werden wir informieren.

Alternativ kann nun der Grenzübergang Sebnitz/Dolni Poustevna für Reisen in die Böhmische Schweiz genutzt werden.”

Die Zufahrt bis Schmilka ist davon nicht betroffen!

Kreistag lehnt Einsparungen beim ÖPNV teilweise ab

August 31, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Landkreis, Verkehr 3 Kommentare →

Die angekündigten Kürzungen des Freistaates Sachsen können zu massiven Einschränkungen beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) führen. So soll der für unsere Region zuständige Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (Z-VOE) ab 2011 jährlich 8,4 Mio. Euro weniger Zuschüsse erhalten. Dies würde weniger Verkehrsverbindungen und steigende Preise mit sich bringen.

Der Z-VOE zeigte im Rahmen einer Informationsveranstaltung auf, welche Einsparungen denkbar wären, um die Kürzung der Mittel zu kompensieren. Anfang September sollte dann durch die Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) über diese Streichliste entschieden werden.
In einer Sondersitzung des Kreistages am gestrigen Tag haben sich die Kreisräte zu den Vorschlägen des Z-VOE positioniert. Allerdings folgten die Abgeordneten nicht immer den Empfehlungen:

  • Einschränkungen bei der Bahnlinie Neustadt/Sachsen–Sebnitz–Bad Schandau wurden abgelehnt
  • der Lückenschluss Sebnitz–Dolni Poustevná wird realisiert
  • Streichungen beim Fahrplan der Weißeritztalbahn in den nicht so stark nachgefragten Zeiten soll es nicht geben
  • die Ausdünnung der Bahnstrecke Pirna – Bad Schandau im Winterhalbjahr soll nicht erfolgen
  • auch eine Beschränkung der Fahrten der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf wurde abgelehnt

Eine Tariferhöhung im Gebiet des VVO um 5% scheint hingegen beschlossene Sache. Ebenso die Streichungen von Fahrten bzw. die Ausdünnung des Fahrplans zwischen Nossen und Meißen (RB 110), Pirna und Bad Schandau/ Schöna (S 1) sowie Dresden und Königsbrück.

Die Verbandsversammlung entscheidet über alle Themen in der kommenden Woche.

Jugendliches Engagement wird gewürdigt

August 29, 2010 Von: Heiko Frey Kategorie: Jugend, Landkreis, Vereine berichten Kommentare deaktiviert

Ehrenamtspreis für jugendliches Engagement

Der Pro Jugend e.V. organisiert zusammen mit dem Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. erneut die Verleihung des Ehrenamtspreises für jugendliches Engagement in unserem Landkreis. Am 5. Dezember werden im Rahmen einer Festveranstaltung junge Menschen für ihr Ehrenamt gewürdigt.
Es können noch Nominierungen eingereicht werden. Vereine, Initiativen, Jugendgruppen, Gemeinde- oder Stadtverwaltungen und Privatpersonen können einzelne Jugendliche oder Jugendgruppen für diese Auszeichnung nominieren.
Der Nominierungsbogen ist unter www.projugendev.de abrufbar.
Weitere Informationen erhalten sie beim Flexiblen Jugendmanagement unter der Telefonnummer: 03504/611543 oder per Mail: flexjuma@projugendev.de

Informationsveranstaltung zur Kindererziehung

August 27, 2010 Von: Ulf Geißer Kategorie: Allgemein, Jugend, Landkreis, Nebenan, Schulen, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert

Als dreifacher Familienvater mit Kindern im besten Erziehungsalter von fünf, sieben und zehn Jahren habe ich aufgrund einer „SZ“-Ankündung an einer für alle Interessierte offenen Informationsveranstaltung am gestrigen Donnerstagabend über das außerordentlich wichtige Thema „Kinder-Erziehung“ an der Mittelschule Schmiedeberg teilgenommen.

Die Resonanz war enorm und schätzungsweise 80 Eltern von Schmiedebergern Mittelschülern, Lehrern sowie auch einige auswärtige Mütter und Väter sind der Einladung der Schulleiterin Frau Zenker gefolgt und konnten einen über einstündigen hochinteressanten und vor allem weiter nachdenkenswertem Vortrag des pädagogischen Psychologen und ehemaligen Schulleiters Dr.Ralf Hickethier aus Leipzig (http://www.ralfhickethier.de) mitverfolgen.

Herr Hickethier ist selbst Vater von drei mittlerweile erwachsenen Söhnen und konnte auch deshalb aus eigener Erfahrung sehr anschaulich, oft mit einem Funken Selbstkritik zur eigenen Erziehung gespickt, diese wichtige alle Eltern betreffende Problematik überaus spannend und zum eigenen Weiterdenken anregend an alle Zuhörer vermitteln.

Dr. Ralf Hickethier sprach zu Fragen der Erziehung und fand dabei bei Eltern und Lehrern großes Interesse.

Engagierte Mütter und Väter stellen sich immer wieder die gleichen Fragen: Machen wir alles richtig? Was ist gut für mein Kind? Welche Werte vertreten wir? Warum läuft es nicht so, wie wir es gerne hätten? Was können wir tun, damit unser Kind glücklich und gesund aufwächst? Ralf Hickethier möchte die Eltern ermutigen, selbst- und “standesbewusst” zu ihrer sozialen Position in der Familie zu stehen: sie sind die ersten und wichtigsten Erzieher ihrer Kinder!

Er hob auch die Rollen und das notwendige vertrauensvolle Zusammenspiel der Eltern mit den beteiligten Lehrern hervor und ging auf die zumindest gefühlte immer mehr um sich greifende „Krankheit“ der ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern ein. Herr Hickethier konnte anschaulich darstellen dass eigentlich nur bei einem geringeren Anteil als von vielen Betroffenen gedacht eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. Viel nachhaltiger wäre es doch aus seiner Sicht die umfassenden therapeutischen Möglichkeiten ohne Pillen besser zu nutzen!

Im Anschluss seines wissenswerten und kurzweiligen Monologes über die verschiedenen Möglichkeiten von altersgerechten Erziehungsansätzen für engagierte Eltern (oder die es noch werden wollen), verbunden mit vielen praktischen Beispielen, sogar auch aus seinem persönlichen Umfeld, lud er alle Anwesenden zu einem Dialog mit ihm ein um auch konkret an diesem Abend vorhandene Probleme, Ängste und Defizite in Erfahrung zu bringen und in der Diskussion Lösungsansätze aufzuzeigen bzw. zum Nachdenken anzuregen.

Ich hätte nicht gedacht dass nach anfänglicher Zurückhaltung doch eine ganze Menge Eltern sich zu Wort meldeten und sehr offen von ihrem familiären Umfeld hinsichtlich Erziehungsfragen berichteten. Diese Offenheit anderen Eltern gegenüber beeindruckte mich sehr!

Mein Fazit nach diesem Abend ist durchweg positiv und ich habe auf Nachfrage beim Referenten die Zustimmung erhalten dass er bereit ist auch für den Dippser Bereich demnächst zur Verfügung zu stehen. Man sollte seitens der ortsansässigen Schulen diese Möglichkeit unbedingt nutzen und gemeinsam mit anderen Eltern und den Lehrern Herrn Dr.Hickethier für eine ähnliche Veranstaltung gewinnen.

 Ulf Geißer aus Reichstädt

“ERZIEHEN IST EINFACH, EIGENTLICH. Es müssen wenige Regeln nur so lange durchgesetzt werden, freundlich und bestimmt, bis sie zu einer alltäglichen Gewohnheit geworden sind. Das ist möglich, ohne weiteres, wenn sich Erziehende darüber nur einig sind und wenn sie es dürfen und wirklich wollen.”

 (Zitat Dr. Ralf Hickethier)