Dippser StattZeitung

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Artikel der Kategorie ‘Service’

Was hat meine Jeans mit Demokratie zu tun?

Mai 31, 2015 Von: Sibylle Frey Kategorie: Bildung, Dippolds Info, Jugend, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert

Wissen Sie, woher Ihr T-Shirt oder Ihre Jeans kommen? Wieviele zig Tausend Liter Wasser verbraucht werden, um ein Kilo Baumwolle herzustellen? Wieviele zig Tausend Kilometer ein Kleidungsstück hinter sich hat, bevor es in Deutschland im Regal liegt? Wieviel Prozent des Gewinns der Einzelhandel einsteckt und wieviel Prozent für eine Näherin davon hat? Unter welchen Bedingungen Baumwollpflücker, Färber oder Näher arbeiten?

18 deutsche, tschechische und polnische Schüler – sechs davon aus dem Dippser Gymnasium – gingen dieser Frage während der einwöchigen Workshopwoche der Brücke / Most – Stiftung Ende April nach. Um Antworten auf ihre Fragen zu finden, verfolgten sie den Weg einer Jeans vom Baumwollfeld bis in den Laden, besuchten einschlägige Modegeschäfte in Dresden und setzten sich mit der Herausforderung auseinander, die eigenen demokratischen Möglichkeiten zu nutzen, um als Verbraucher auf Missstände Einfluss zu nehmen.
Ganz konkret konnten die Jugendlichen das in der Nähstube des „Louisen-Kombinahts“
in Dresden ausprobieren, in dem sie aus mitgebrachten nicht mehr gebrauchten Klamotten neue Sachen fertigten, die eben nicht gleich jede(r) Zweite trägt. Wegschmeißen ist out, Upcycling ist in.

Eine zweite Gruppe drehte derweil in stundenlanger Kleinarbeit Trickfilme, in denen sie dieses brisante Thema verarbeiteten. Auch hier galt das Motto “Aus Alt mach Neu” – die Trickfilmer stellten ihre Figuren aus alten Jeans her.
So ganz nebenbei lernten die Jugendlichen, in trinationalen Teams zu arbeiten und sich dabei ohne Dolmetscher zu verständigen. Sei es in Tschechisch, Polnisch oder Deutsch, und in Englisch sowieso.
Für dieses Erlernen demokratischer Zusammenhänge, Sprache und Teamarbeit in Verbindung mit handwerklichen Fähigkeiten danken wir der Brücke/Most-Stiftung, den Referentinnen von der Kunsthochschule Prag, dem Verein Aha sowie dem „Louisen-Kombinaht“.

Die Schüler des Tschechisch-Profils Klasse 9 des Glückauf-Gymnasiums Dippoldiswalde und Sibylle Frey

Deutsch, Tschechisch und Polnisch haben viele gemeinsame Wörter

 

Demokratie auf deutsch

 

Demokratie auf Polnisch

 

Kreativität und Handwerk beim Upcycling-Workshop

 

Eine schöne Werbung für Naundorf

Mai 28, 2015 Von: Heiko Frey Kategorie: Bürgerinitiativen, Dippolds Info, Freizeit und Erholung, Naundorf, Schmiedeberg, Tourismus, Vereine berichten Kommentare deaktiviert

Der MDR war in den vergangenen Tagen “Unterwegs in Sachsen”. Unter anderem war man auch zu Besuch bei Ottos Eck in Schmiedeberg-Naundorf.
Noch ist der Film in der Mediathek des MDR im Internet zu sehen:

Screenshot MDR

http://www.mdr.de/unterwegs/sachsen/video273716.html

Jobcenter am 15. Mai 2015 geschlossen

Mai 05, 2015 Von: Harald Weber Kategorie: Allgemein, Landkreis, Pressemitteilung, Service Kommentare deaktiviert

Am Freitag, dem 15. Mai 2015, ist das Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit seinen Standorten Dippoldiswalde, Freital, Pirna und Sebnitz geschlossen. Die telefonische Erreichbarkeit über das Servicecenter des Jobcenters ist ebenfalls nicht gegeben. In dringenden Angelegenheiten sollten die regulären Öffnungszeiten an den Vortagen genutzt werden.

Am 18. Mai 2015 ist das Jobcenter wieder wie gewohnt erreichbar.

Hinweis:
Die persönlichen und telefonischen Servicezeiten der Agentur für Arbeit bleiben unverändert. Hier gelten am Freitag, dem 15. Mai 2015 folgende Öffnungszeiten:

  • Agentur für Arbeit Pirna, Seminarstr. 9: 08.00 bis 12.00 Uhr
  • Agentur für Arbeit Freital, Coschützer Str. 8: 08.00 bis 12.00 Uhr

Über die gebührenfreie Service-Rufnummer für Arbeitnehmer 0800 4 5555 00 können von 08:00 bis 18:00 Uhr Anliegen geklärt werden.

Und die Bärlauchschnittchen …

April 02, 2015 Von: Werner Irmscher Kategorie: Allgemein, Freizeit und Erholung, Veranstaltungen, Vereine berichten Kommentare deaktiviert

Es gibt sie doch, die Frauen und Männer in Dipps, die mutigen und tapferen Herzens genug waren, sich in die dunkle Welt der Berggeister zu begeben. Dazu hatten der „Förderverein hochmittel-alterlichen Bergbau“ und das städtische Museum in die auch schon mittelalterliche Pforte eingeladen.

Vortragende des Abends waren die altbergbausachkundige Gabriele Meisner, verbal unterstützt von der Sprachkünstlerin Jana Paula Herold, instrumental begleitet von dem wie immer ebenfalls mittelalterlich spielenden Musikus Piers Ford aus dem fernen Kanadien. Ganz frisch und lecker waren hingegen die Bärlauchschnittchen, die es am Eingang gab. Altisländische Verse eröffneten den Abend, und die uns spätestens seit der Erforschung der Steinlaus altbekannte Frau Meisner gab verblüffend neue Erkenntnisse aus der Dippser Unterwelt bekannt.

Aber zunächst sah man überirdische Lichterscheinungen über der Dippse Kirche, die immer großen Ereignissen voraus gingen. Ein solches Ereignis führte wohl auch zur Entdeckung der uralten Bergwerke in unserer Stadt. Und dort tummelten sich unbekannte Geisterchen, Kobolde und Zwerge, und auch in die Wände eingehauene uralte, wohl aus dem 11. Jahrhundert stammende Schriftzeichen waren zu sehen. Naja, denke ich so, bevor die Bärlauchbemmchen alt werden …

Und zu schöner alter Musik erläuterte Frau Herold was es mit den aus der, uns allen sicherlich bekannten, altindischen Sprache herkommenden Zwerge auf sich hatte. und wie der Urvater der Theorie des sächsischen und böhmischen Bergbaus, Georgius Agricola, die Berggeister sah, und auch, dass die im alten Island bereits bekannten Wesen auch Trullen oder Trullas genannt wurden.
(Draussen beginnt bereits Frau Trulla, aähh, Holle, uns mit neuem weißem Schnee zu überschütten). Schließlich werden auch die alten Schriftzeichen entschlüsselt und entdecken sich am 1. April …als Transparent zum alten 1. Mai. Und noch gibt es sie, die leckeren.. aber das sagte ich wohl schon. Mit Gesprächen, und erzählten Geschichten und mittelalterlicher Musik klang für die 25 gekommenden ein angenehmer 1. April aus. Ich bin schon neugierig, was uns im nächsten Jahr erwartet.

Verschiedene Sichtweisen zur Bürgernähe

März 27, 2015 Von: Heiko Frey Kategorie: Aus dem Rathaus, Bürgerinitiativen, Freizeit und Erholung, Kernstadt Dippoldiswalde, Tourismus, Umwelt 2 Kommentare →

Bei der vergangenen Stadtratssitzung wurde der in der Dippser Bevölkerung äußerst kontrovers diskutierte “Polypark” mit Mehrheit beschlossen. 15 Ja-Stimmen gegen 9 Ablehnungen, bei einer Enthaltung. Die Dippser StattZeitung berichtete über dieses Bauvorhaben bereits ausführlich.

In der Beschlussvorlage schrieb der zuständige Bearbeiter von einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit, von einer durchgeführten Einwohnerversammlung und von der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen – eben den zukünftigen Nutzern. Oberbürgermeister Jens Peter pries in seinen Worten vor der Beschlussfassung ebenfalls noch einmal die löbliche Einbeziehung der Dippser Bürger.

Diese Selbstverherrlichung brach nun aber wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Bereits während der Stadtratssitzung musste der Oberbürgermeister eingestehen, dass es keine rechtskonforme Einwohnerversammlung gegeben hat. Die Einbeziehung der Anrainer des Bauprojektes, für diese fand eine halbherzig anberaumte Zusammenkunft im September 2014 im Bahnhotel statt, wird eigentlich bereits durch die Baugesetzgebung grundsätzlich erwartet.

Im Rahmen der Bürgerversammlung des Ortschaftsrates der Kernstadt brachte nun auch der Verein Pro Jugend scharfe Kritik an. Den Kindern und Jugendlichen wurde eine scheinbare Mitgestaltungsmöglichkeit vorgegaukelt. Nachdem hier verschiedene Ideen und Vorschläge gemacht wurden, zogen die Verantwortlichen einen fertigen Plan aus der Tasche, der keine Änderungen mehr zuließ. Die Enttäuschung bei den Jugendlichen soll groß gewesen sein.

Die gleichen Erfahrungen machten die Teilnehmer, die zu der bereits beschriebenen “Einwohnerversammlung” mit ihren Ideen gekommen waren. Die StattZeitung schrieb dazu am 28.09.2014:

Der Anspruch einer Bürgerbeteiligung wurde leider verfehlt, wenn nicht vom Grundsatz her, also über den Bedarf an sich, alternative Nutzungsmöglichkeiten und über Eigeninitiative diskutiert werden kann, sondern man nur noch über Wünsche innerhalb der vorhandenen Planung (überspitzt gesagt, die Auswahl der Bäume) mitreden darf. Konkrete Vorschläge, z.T. sogar richtige Planungen, seitens interessierter Bürger gab es zwar, wurden aber nicht als Alternativen diskutiert.

Auch, dass die zugesagte Vorstellung des Projektes im Dippser Amtsblatt “vergessen wurde” zeigt nicht gerade, dass man die Bürger in Dipps wirklich ernst nimmt und als Partner ansieht. Allerdings wird man die Bürger brauchen, wenn die späteren Folgekosten bezahlt werden müssen. Die geschätzten 12.000 Euro jährlich werden dann in der Stadt an anderer Stelle fehlen, da der PolyPark selber keine Einnahmen generiert.

Um diese Unterhaltungskosten zu minimieren, gab es durchaus interessante Denkansätze, für die es nun aber zu spät ist. Einmal, wenn die Bänder zur Eröffnung des Parks durchgeschnitten werden, dürfen sich die verantwortlichen Politiker noch freuen. Danach wird der PolyPark, und dies ist schon jetzt absehbar, zum finanziellen Klotz im Stadtsäckel.


Geplanter PolyPark: (Quelle, Homepage Stadt Dippoldiswalde) Da es kein bestätigtes Radwegekonzept für Dippoldiswalde gibt, ist auch der hier geplante zentrale Rad- (und Geh-)weg äußerst fragwürdig.