Die Strukturen der Verwaltung im Rathaus sind einzig und allein Angelegenheit des Bürgermeisters. Darauf pochte Amtsinhaber Ralf Kerndt in den letzten Monaten immer wieder sehr energisch. Die aktuellen Geschehnisse lassen allerdings vermuten, dass hier der Oberbürgermeister nicht mehr Herr der Lage ist.
Irgendwann Mitte des Jahres 2012 wurde Mathias Kröhnert, bis dato Bauamtsleiter, von diesem Posten entbunden. Der Bürgermeister glaubte, dieses Amt zusätzlich zu seinen Aufgaben übernehmen zu können. Später wurde das Bauamt dem Fachbereich Finanzverwaltung, also der Kämmerei, unterstellt.
Hier gab es jedoch große Probleme und Abstimmungsschwierigkeiten. Die Kritik der Stadträte war gewaltig, aber Kerndt bestand auf der zweigliedrigen Verwaltung, also Hauptamt und Kämmerei. Auch bei den Vorstellungsrunden in Schmiedeberg muss das unselbständige Bauamt immer wieder zur Sprache gekommen sein.
Da der Oberbürgermeister, zumindest nach Ansicht der Stadträte, belehrungsresistent erschien, verlangten diese die Schaffung der Stelle eines Beigeordneten. Diesem Schachzug musste sich Ralf Kerndt beugen, allerdings kostet der neue Beigeordnete dem Steuerzahler eine ganze Stange Geld.
In den letzten Wochen kam dann die Kämmerei immens unter Druck. Die doppelte Buchführung bekommt man nicht in den Griff, obgleich hier Dipps eigentlich Vorreiter sein sollte. Die Computer funktionieren nicht wie geplant, die Jahresabschlüsse (noch von 2011) liegen bisher noch nicht vor und auch der erste Entwurf des Haushaltplan für 2014 wird wohl erst Mitte des Jahres präsentiert werden können.
Aber nun, so kann man auf der Homepage der Stadt nachlesen, arbeitet das Bauamt wieder als eigenständige Verwaltungseinheit. Chef, also „Fachbereichsleiter der Bauverwaltung“ ist – der Oberbürgermeister Ralf Kerndt.
