Dippser StattZeitung

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Artikel der Kategorie ‘Sonstiges’

Etwas andere Gedanken zum Totensonntag

November 21, 2010 Von: Harald Weber Kategorie: Kultur, Sonstiges 1 Kommentar →

Sie wollen eine Neuanschaffung tätigen? Ganz gleich, um was es sich handelt, Sie holen im Vorfeld unterschiedliche Informationen und in der Regel sogar Kostenvoranschläge ein. Dann vergleichen Sie und entscheiden sich für das Produkt, bei dem Qualität, Preis und auch die fachkundige Beratung Sie am meisten überzeugen. Also, das Preis-Leistungsverhältnis ist für Sie der entscheidende Moment.
Was aber, wenn wir mit einem Sterbefall konfrontiert werden? Schaut man da aufs Geld? Kann man da Preisvergleiche anstellen? Wir haben den Verstorbenen geliebt, er hat uns alles bedeutet, also ist es uns ein Bedürfnis, ihn im Tode zu ehren. Daher spielt Geld keine Rolle.
Ist das wirklich so? Kann es sich heute jemand leisten, Preisvorteile zu missachten?
Außerdem geht das Gespenst „der unbezahlbaren Bestattung“ um, das viele gerade ältere Menschen, zutiefst beunruhigt. Da halten sich hartnäckig Gerüchte und Behauptungen, dass eine würdevolle Bestattung in jedem Fall 5.000 bis 10.000 Euro kostet. Das sind zum Glück aber nur Behauptungen, obwohl mancher Hinterbliebener schon so viel zahlen musste, da er Preisvergleiche im Vorfeld scheute.
Warum soll es unseriös oder gar pietätlos sein, in einem Trauerfall Erkundigungen einzuziehen? Gerade wenn man für einen lieben Menschen das Beste will, um ihm noch einmal eine Würdigung widerfahren zu lassen, sollte man sich befragen, in welchem finanziellen Rahmen das möglich ist. Und da wären wir dann doch wieder beim Preis-Leistungsverhältnis angelangt.
Es geht darum, gerade in unserer modernen Zivilisation, wo viele in der Hektik des Alltags den Gedanken an den Tod verdrängen, eine echte Bestattungskultur und nicht nur eine Entsorgung von Toten aufrechtzuerhalten. Das die Würde der Toten nicht weggeschwemmt wird, hängt entscheidend davon ab, dass wir diese Situation ehrlich überprüfen und uns dann auch neu orientieren.

Sarg im Grab

Gerade zum Totensonntag denken wir zurück an liebe Menschen, die wir verloren haben. Uns wird wieder einmal schmerzlich bewusst, dass das Leben endlich ist und wir vor dem Tod nicht davonlaufen können. Aber dem sind wir nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt Menschen an Ihrer Seite, die Ihnen in solchen schweren Momenten einfühlsam und hilfreich zur Seite stehen. Nachbarn, Freunde und Bekannte, aber auch Inhaber und Mitarbeiter des Bestattungsinstituts tun alles, um Ihnen in den schweren Stunden hilfreich zur Seite zu stehen. Und noch eine Frage sei mir gestattet. Warum sollte man sich nicht einmal Gedanken über die eigene Bestattung machen? Weil man sich darum nicht kümmern muss? Weil man den Gedanken an den eigenen Tod verdrängt?
Warum also nicht doch einfach mal zu einem Bestattungsinstitut gehen und sich erkundigen? Einfach mal fragen und sich beraten lassen. Und danach noch viele Jahre bei bester Gesundheit weiterleben, aber im Innersten wissen, wie der letzte Weg gegangen wird an dem Tage, wenn es soweit ist – und der hoffentlich noch weit in der Zukunft liegt.
Nutzen Sie doch bitte die Zeit um den Totensonntag, um sich auch im Familienkreis einmal mit diesem Thema zu beschäftigen.

Informationen zu Erneuerbaren Energien (insbesondere Solar)

November 12, 2010 Von: Ulf Geißer Kategorie: Allgemein, Bundespolitik, Energieversorgung, Sonstiges, Umwelt Kommentare deaktiviert

Das online-Portal http://www.solid.de/ hat wieder mal sehr interessante Informationen für Kommunen aber auch für Private/Gewerbetreibende zusammengestellt.

Beispiel: Photovoltaik auf dem Dach des Eigenheims

Beispiel: Photovoltaik auf dem Dach des Eigenheims

Im Zusammenhang mit dem Bericht zur vor Kurzem veranstalteten Lesung des Schellerhauer Dietrich Papsch http://dippolds.info/2010/10/29/nachdenkenswerte-lesung-von-und-mit-dietrich-papsch/ kann der geneigte Leser Folgendes zur Kenntnis nehmen und vielleicht für sich selbst abwägen was dazu im Verhältnis bei uns in und um Dipps vor Ort (noch nicht) geschehen ist….

Immer mehr Städte und Regionen haben mittlerweile ein Solarkataster. Solarkataster sind Datenbanken, auf die man per Internet zugreifen kann und dann für sein eigenes Gebäude oder auch jedes andere Gebäude das Potential zum Einsatz von Photovoltaik bzw. Solarthermie aufgezeigt wird. Damit kann jeder Bürger, aber auch Handwerker herausfinden, auf welchen Gebäuden die Installation einer Photovoltaik- oder einer Solarthermieanlage besonders lohnenswert ist. Auch für die immer häufigeren Gesellschaften zur Nutzung der Photovoltaik mit Bürgerbeteiligung (z.B. durch Bürger-Solarstromanlagen) können so recht einfach Objekte ausgewählt werden, die für eine nähere Begutachtung in Frage kommen. Für die Erstellung solcher Kataster werden z.B. bei einem Flug miteinem Flugzeug mittels Laser die Dächer erfasst und später mit einer Software ausgewertet. Oftmals werden aber auch gar keine neuen Messungen benötigt. Die Daten liegen den öffentlichen Ämtern bereits vor, wurden bisher aber nicht für die Nutzung der Solarenergie ausgewertet. In so einem Fall lässt sich der Aufbau eines Solarkatasters sehr kostengünstig durchführen. 

Ein Solarkataster trägt also dazu bei, die solaren Potentiale einer Stadt, einer Gemeinde, eines Landkreises o.ä. zu erfassen und verstärkt zu nutzen. So wird nicht nur etwas Gutes für das Klima und die Bürger getan, sondern auch die lokalen Handwerksbetriebe gestärkt.

Eine Liste der Städte mit einem Solarkataster finden Sie z.B. hier <http://www.enbausa.de/solar-geothermie/fotovoltaik/staedte-mit-solarkataster.html>.

Wer mehr zu Solarkatastern lesen möchte, kann dies beispielsweise hier

http://www.photovoltaik.eu/heftarchiv/artikel/kategorie/04-2010/beitrag/wer-will–wer-will–wer-hat-noch-nicht-_100002716/86/?tx_ttnews=120&cHash=6b5a3e5afa tun.

Die Phönix Solar AG hat eine Studie veröffentlicht, die von A.T.Kearney durchgeführt wurde. Darin wird z.B. festgestellt, dass die aktuelle Ermittlung der EEG-Umlage für die Photovoltaik nicht sinnvoll ist. Es sollten vielmehr die Erzeugungskosten des Stroms aus Photovoltaikanlagen mit den Erzeugungskosten der fossilen Kraftwerke verglichen werden, die die Photovoltaik tatsächlich ersetzt. Und dies sind nicht die Braunkohle- und Atomkraftwerke, sondern Gas- und Steinkohlekraftwerke. Würde man diese Differenzkosten ansetzen, würde die EEG-Umlage für die Photovoltaik von 1,67 Cent/kWh *um ca. 0,3 Cent/kWh gesenkt* werden können. Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass 2010 mittlerweile die volkswirtschaftliche Gewinnschwelle für die Photovoltaik erreicht wurde. Dabei werden den EEG-Tarifzahlungen für den Strom aus Photovoltaikanlagen die Nutzeneffekte der Photovoltaik gegenübergestellt. Dazu zählen z.B. die Erlöse aus dem Stromverkauf des Solarstroms sowie vermiedene CO2-Schadenskosten. *Rechnet man alle Effekte gegeneinander auf, bleibt für die in 2010 gebauten Photovoltaikanlagen ein volkswirtschaftlicher Gewinn zwischen 66 und 205 Mio. € übrig.* Dieser Effekt wird in den kommenden Jahren übrigens noch weiter steigen. Es bleibt unterm Strich nicht nur ein volkswirtschaftlicher Gewinn für Deutschland übrig, sondern mit dem Ausbau der Photovoltaik kommen wir auch unserem Ziel der CO2-freien Energieversorgung immer näher (anders als bei der Laufzeit-Verlängerung der Atomkraftwerke).

Wer ein kurzes Video zu der Studie oder z.B. eine Zusammenfassung der Studienergebnisse anschauen möchte kann dies hier http://www.phoenixsolar.de/Presse/Studien/ tun.

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS http://www.dgs.de ) hat unter http://www.energymap.info  eine Seite geschaffen, auf der die Erzeugung mittels Erneuerbarer Energien in ganz Deutschland dargestellt wird. Hier kann sich nun jeder Interessierte anschauen, wie sein Bundesland, sein Landkreis oder seine Stadt im Bundesvergleich, aber auch im Vergleich mit den Nachbarstädten und Gemeinden abschneidet. Man kann auf der Seite sehr schön die Verteilung von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen sehen. (Windkraft ist eher in Norddeutschland angesiedelt, Photovoltaik eher in den südlicheren Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg). Auf der Seite kann z.B. auch jeder Besitzer einer Photovoltaikanlage nachschauen, ob seine eigene Anlage schon verzeichnet ist, oder ob Ihr Netzbetreiber seinen Verpflichtungen zur Veröffentlichung doch eher zaghaft nachkommt.

 

Bericht zur Ulberndorfer Petition (12.Stadtratssitzung am 10.11.2010)

November 11, 2010 Von: Ulf Geißer Kategorie: Allgemein, Bürgerinitiativen, Der Stadtrat (berichtet), Dippolds Info, Sonstiges, StattVerwaltung/ StattRat, Veranstaltungen, Verkehr 13 Kommentare →

Aus aktuellstem Anlass erlaube ich mir, an dieser Stelle von dem Verlauf des Tagesordnungspunktes 4 (TOP 4) der gestrigen Stadtratssitzung zur „weiteren Behandlung der Ulberndorfer Petition“ http://dippolds.info/2010/06/01/petition-aus-ulberndorf/ „und Beschluss über die weitere Verfahrensweise…“ weitestgehend objektiv zu berichten.

94 Gäste kamen zur Stadtratssitzung am 10.11.2010

94 Gäste kamen zur Stadtratssitzung am 10.11.2010

Wie bereits vor einigen Tagen von der StattZeitung vermutet http://dippolds.info/2010/11/05/besucherrekord-bei-stadtratssitzung/ wird die gestrige 12. Stadtratssitzung mit gezählten 94 Gästen aus der Bürgerschaft sicher als eine der bestbesuchten öffentlichen Beratungen in die Geschichte eingehen. Und wie alle hier informierten Leser wissen wir: Nicht ohne „schlechten“ Grund für die Betroffenen der aktuellen, im Jahre 2008 novellierten, Straßenausbaubeitragsssatzung http://www.dippoldiswalde.de/dokumente/pages/satzungenortsrecht.php von Dippoldiswalde.

Der TOP 4 mit der von der Verwaltung eingereichten Beschlussvorlage Nr.104/2010 http://www.dippoldiswalde.de/dokumente/media/download_gallery/VSTR-2010-104.pdf und mit der dazugehörigen Anlage  http://www.dippoldiswalde.de/dokumente/media/download_gallery/VSTR-2010-104_ANLAGE.pdf ließ nicht nur erwartungsgemäß die Emotionen vieler anwesender Bürger während der öffentlichen Stadtratsdiskussion hoch kochen sondern zeigte auch deutlich wie unterschiedlicher die Ansichten einerseits der Stadtverwaltung und anderseits der betroffenenen Ulberndorfer B170-Anlieger, aber nicht zu vergessen auch der Reinholdshainer Anwohner nicht sein könnten.

Stadtratsitzung am 10.11.2010 -

18 stimmberechtigte Stadträte inkl. dem OB waren anwesend

Ich möchte an dieser Stelle den Versuch wagen eine objektive Zusammenfassung dieses TOP 4 der gestrigen Stadtratssitzung darzustellen. Sicher nicht leicht für mich als Autor, bewusst wertungsfrei gerade von dieser teilweise kontrovers geführten Diskussion zur Problematik „Straßenausbaubeitragssatzung“ mit vor Beratungsbeginn offenem Ausgang für die nichtanwesenden Leser zu berichten. Und ich erhebe natürlich auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Im Gegenteil, ich lade alle interessierten Leser meiner nachfolgenden Ausführungen ein und bitte auch darum, doch gern einen Kommentar (ob mit oder ohne Klarnamen) zum TOP 4 abzugeben, sodass wir alle die Chance haben auf ganz einfachem Weg und mit Hilfe unseres Diskussionspodiums „StattZeitung“ den Dialog untereinander, nicht nur zu diesem wichtigen Thema „Straßenausbaubeitragssatzung“ weiterzuführen. Ich bin der Ansicht dass trotz der gestrigen, von den Bürgern schon fast erwarteten Entscheidung der Stadträte, die umstrittene Gebührenerhebung zumindest für die Ulberndorfer zu kippen, die ganze Diskussion rund um das emotionsgeladene Thema weitergeführt werden muss! Es kann meiner Meinung nach mit der gestrigen Entscheidung, auch für die Betroffenen, nicht damit enden, nun alles ad acta zu legen und verständlicherweise (und ich betone das!) für die verhinderte empfundene und auch tatsächliche Ungerechtigkeit infolge der Gebührenerhebung zulasten der Anlieger als Außenstehender so wie ich sich aufrichtig zu freuen.

Nein, wir alle haben gestern ein Stück vorgelebte Demokratie erfahren dürfen, für unsere Stadt leider viel zu selten als kleiner Bürger erlebbar!

Stadtratsitzung am 10.11.2010 -

Die "Ulberndorfer Petition" und deren Beschlussfassung waren zur gestrigen Stadtratssitzung DAS Thema!

Sicher sollten die nun anstehenden finanziellen Mehrbelastungen aufgrund der wohl nicht kalkulierten „Einnahmeausfälle“ für die Stadt auch weiter thematisiert werden. Aus der entsprechenden oben angeführten Beschlussvorlage geht klar hervor dass die Verwaltung viele aus deren Sicht gute Gründe angeführt hat warum die Satzung, so wie sie bis jetzt besteht und zukünftig wohl bestand, hätte beibehalten werden sollen.

Die Bürger, ob direkt betroffen oder nicht, welche in Sachen „Ulberndorfer Petition“ verständlicherweise 100% zielgerichtet aufgetreten sind und beispielsweise so wie ich auch, mit unterschrieben hatten oder sich gestern im Rahmen der Bürgerfragestunde dazu zu Wort gemeldet haben oder ansonsten in der Sache nachvollziehbar aktiv waren und sicher noch sind, müssen jetzt ganz sehr aufpassen dass sie seitens der Verwaltung und vor allem auch seitens der Bürgervertreter im Stadtrat, die öffentlich für die Beibehaltung der Satzung gestimmt haben, sich nicht aus dann nachvollziehbaren Gründen angreifbar machen weil diese Bürger, nachdem sie nun offenkundig ihr Ziel der Abschaffung der Gebührenerhebung erreicht haben, wieder in ihre „eigenen vier Wände“ zurückziehen. Das nährt dann genau den Generalverdacht, nicht nur bei Verwaltung und die für die Satzung gestimmten Stadträte sondern auch bei den außenstehenden Bürgern, dass es für den Moment den Betroffenen wohl nur um deren privates Geldsäckel ging. Ich hoffe inständig dass dieses dann damit einhergehende „Geschmäckle“ gar nicht erst aufkeimt sondern im Gegenteil genau dieselben Ulberndorfer, die nun ihr ureigenstes Ziel erreicht haben, nicht ihr Privatvermögen ungerechterweise in ein Bauvorhaben mit 100% öffentlichem und überregionalem Interesse investieren zu müssen, unserer Verwaltung und dem Stadtrat zeigen wie es anders gehen kann!  Unterbreiten Sie der von Ihnen als Steuerzahler “von unten” bezahlten Stadtverwaltung doch mal sinnvolle, realistische und auch mindestens mittelfristig umsetzbare Vorschläge! Sie haben sicherlich die eine oder andere gute Idee, auf die die Verwaltung oder auch unsere Bürgervertreter gar nicht kommen.

Wie die Anwesenden gestern Abend in der Argumentationskette der Verwaltung sicher genauso feststellten wie ich war die wichtige Fragestellung,  Einnahme- oder Einsparalternativen  für den eventuell eintretenden Fall der Satzungsablehnung zu erforschen und auch mal plakativ den Leuten darzustellen, offenbar von vornherein gar kein Thema. Man ist wohl sicher davon ausgegangen dass die Satzung zum wiederholten Male durchgewunken werden würde?? Soviel Zeit, Nerven und finanziellen Aufwand wie die Verwaltung wie weiter unten beschrieben für deren Argumentation “pro Straßenausbausatzung” investiert hatte wäre vielleicht schon mal in der Zwischenzeit mindestens genauso wichtig gewesen um sich nach anderen Lösungen umzuschauen? Dieser Aspekt wurde von den Verwaltungsfachleuten völlig ausgeblendet!

Eine wichtige Info zur Abstimmung am Rande: von 22 Stadtratsmitgliedern waren 17 sowie der OB Kerndt als Stimmberechtigte anwesend, davon haben 6 Stadträte und der OB mit „Ja“ gestimmt, 11 mit „Nein“ und es gab keine Enthaltungen. Ich habe besonders bei der Fraktion der „Unabhängigen Bürger“ (UB) die Befürworter für die Satzungsbeibehaltung ausgemacht wobei ich anmerken möchte dass der Fraktionsführer, Hr. SR Kühn-Meisegeier bei seiner vorherigen Wortmeldung zum TOP 4 beantragt hat, über diese Beschlussvorlage geheim abzustimmen. Keine andere Fraktion und auch die anderen, nicht fraktionsgebundenen Stadträte sahen das genauso, sie plädierten als gewählte Bürgervertreter natürlich für eine offene Abstimmung! Mein objektiver Eindruck war ein spürbares Unverständnis bei den anwesenden Bürgern genauso wie im Stadtrat selbst wegen dieses nicht nachvollziehbaren Antrages des Hr. Kühn-Meisegeier. Dementsprechend fiel das Votum auch aus und mit nur 5 bejahenden Zustimmungen seitens der UB wurden selbstredend die Gegner der Satzungsbeibehaltung im Saal emotional wie auch mit Blick auf unser freiheitliches Demokratieverständnis mit dem verbrieftem Recht auf freie, offene Meinungsbekundungen und daraus ableitend dem öffentlichem Abstimmungsverhalten unserer „Bürgervertreter“, auch im Dippser Stadtrat, nochmals entscheidend gestärkt und sicher auch bestärkt!

Aus der Sicht vieler Anwesender, deutlich durch Zwischenrufe und Meinungsbekundungen zum Ausdruck gebracht, war die sicher als Hauptargument für die Verwaltung vorgesehene inhaltlich wie optisch sehr umfangreiche PowerPointPräsentation durch den Amtsleiter Herrn M.Kröhnert aus Sicht der Betroffenen nicht gerade der Sache dienlich.

Klar, es werden die ausschließlich finanziellen dargestellten Argumente des Bauamtes für die notwendige Erhebung von Straßenausbaubeiträgen mit Hilfe von aufwändig erstellten und mit Euro-Zahlenkolonnen nur so gespickten und im Sinne des Verfassers gut vorbereiteten Beispielrechnungen anhand von willkürlich herausgezogenen Dippser Straßenzügen beeindruckend dargestellt. Auch die umfänglich gezeigten Bilder unseres bekannten maroden Straßennetzes sprechen ihre eigene eindeutige Sprache und sind nicht wegzudiskutieren. Als zählbares Ergebnis dieser zeitintensiven Arbeit innerhalb des Bauamtes, was ja sicher dem Vernehmen vom OB Kerndt nach schon seit Wochen an seinen Kapazitätsgrenzen arbeitet (hier meine Nachfrage dazu im Rathaus ganz oben: http://dippolds.info/2010/10/29/stadtratssitzung-wurde-verschoben/#comment-1507 ) bleibt wohl nur festzuhalten: „Außer Spesen nichts gewesen“.

Herr Gotthard Winter nutzte die letzte Gelegenheit für eine eindringliche Ansprache an die Stadträte

Herr Gotthard Winter nutzte die letzte Gelegenheit für eine eindringliche Ansprache an die Stadträte

Die Herren Stadträte Peter, Uhlemann und Lohse haben es in Ihren persönlichen Statements eigentlich auf den Punkt gebracht. Es werden im Verhältnis zur gesamten Dippser Einwohnerschaft wenige, ortsansässige Anwohner der B170 im Ortsteil Ulberndorf wie auch der Reinholdshainer Anlieger (Gewerbegebiet!) von der Stadt zur Kasse gebeten damit die regionalen (damit gemeint sind nicht die lokalen Dippser Befindlichkeiten!) und überregionalen Interessen und Bedürfnisse des Straßenverkehrs befriedigt werden können. Man müsse mit der Ablehnung der umstrittenen  Satzung auch ein Zeichen an die Kreis- und Landespolitik senden endlich aufzuhören immer nur den Weg des (fälschlicherweise erwarteten) geringsten Widerstandes zu gehen, also immer nur den „kleinen Mann“ abzuschöpfen so der Stadtrat Peter! Es ist vielmehr so dass diese Satzung tatsächliche Ungerechtigkeiten unter allen Bürgern und im Verhältnis zu übergeordneten Verwaltungen schafft! Die Frage steht im Raum: Sind denn die Anlieger zu irgendeinem Zeitpunkt nach ihrer Meinung zum angedachten Straßenausbau überhaupt gefragt worden?? Es ist eher so dass man auf kommunaler Ebene genau wegen dieser unterschiedlichen Interessenslagen auch entscheidend mehr Unterstützung vom Land Sachsen erwarten kann fordert Stadtrat Peter!

Auch die Polizei muss sparen

November 09, 2010 Von: Karl-Heinz Sobierajski Kategorie: Neues aus Dippoldseggersbach, Polizeibericht, Sonstiges 1 Kommentar →

Polizei-Computer-Notruf (Computergrafik: Karl-Heinz Sobierajski)

Auch die Polizei muss sparsam mit dem Geld umgehen und will doch, trotz Personalabbau, besten Service bieten. Aus diesem Grunde testet man jetzt die Umstellung des NOTRUF 110 auf die AUTOMATISCHE NOTRUFANNAHME.
Statt wie bisher nur das Rufzeichen ertönen zu lassen, damit sich danach der nächste freie Polizeibeamte meldet, soll jetzt das Rationalisierungspotenzial genutzt werden. Der Notruf wird in Zukunft vom Computer, ohne menschliches Eingreifen entgegen genommen, dieser leitet alle erforderlichen Maßnahmen ein. Wie das vonstatten geht, wird in dem folgendem Protokoll verdeutlicht.

Protokoll eines Notruf’s

Anrufer:
Hier ist Mustermann, aus der Musterstraße 3, bei mir ist ein bewaffneter Einbrecher in der Wohnung!

Polizei:
Dies ist das automatische Notrufbearbeitungssystem der Polizei. Bitte drücken Sie die 1, wenn Sie Opfer oder Zeuge einer kriminellen Handlung ….

Anrufer:
drückt die 1.

Polizei:
Wenn Sie einen Diebstahl melden wollen, drücken Sie jetzt die 1, bei einer Körperverletzung drücken Sie die 2. Wollen Sie einen Raubüberfall melden, drücken Sie die 3. Für einen Verkehrsunfall mit Personenschaden oder anderen Bagatellen drücken Sie die 4.

Anrufer:
drückt die 3.

Polizei:
Wenn der Täter flüchtig ist, sagen Sie „WEG“. Werden Sie unmittelbar bedroht, sagen Sie „HILFE“.

Anrufer:
„HIIIIFEEE“!

Polizei:
Bitte wiederholen Sie ihre Ansage, ich konnte Sie nicht verstehen.

Anrufer:
„HIIIIFEEE“!!!

Polizei:
Danke. Wenn der Täter bewaffnet ist und Sie bedroht, sagen Sie „WAFFE“.

Anrufer:
„WAFFE“.

Polizei:
Handelt es sich um eine Schusswaffe, sagen Sie „SCHUSSWAFFE“. Handelt es sich um ein Messer, sagen Sie „MESSER“. Werden Sie mit einem Schlagwerzeug bedroht, so sagen Sie „KEULE“.

Anrufer:
„SCHUSSWAFFE“

Polizei:
Ist die Waffe geladen, sagen Sie „SCHARF“. Ist die…..

Anrufer:
Woher soll ich denn das wissen?

Polizei:
Ich habe Sie nicht verstanden, bitte wieder…..

Anrufer:
(brüllt): „SCHARF“.

Polizei:
Gelingt es Ihnen nicht, den Angreifer zu entwaffnen, drücken Sie die 1. Gelingt es Ihnen den Angreifer zu entwaffnen, drücken Sie den Abzug.

Anrufer:
(überwältigt den Einbrecher, entreißt ihm die Waffe und drückt ab, es knallt).

Polizei:
Vielen Dank, dass Sie die 110 gewählt haben. Für die Entsorgung des Einbrechers wählen Sie bitte die 112 und fragen Sie den Notarzt oder Ihren Nachbarn, ob er Ihnen behilflich sein könnte.

(Freizeichen)

Man kann nicht sicher sein, ob das auch in Zukunft nur ein Witz ist. Fakt ist, dass in Berlin eine Hotline bei der Polizei getestet werden soll.  In diesem Sinne…….

Text nach der Idee eines Insiders

November-Ortschaftsratssitzung in Reichstädt am letzten Donnerstag

November 09, 2010 Von: Ulf Geißer Kategorie: Allgemein, Sonstiges, StattVerwaltung/ StattRat, Veranstaltungen 1 Kommentar →

Zwar etwas verspätet aber nicht minder aktuell und sicher nicht nur für die Reichstädter informativ möchte ich an dieser Stelle die wichtigsten Themen der letzten Ortschaftsratssitzung (OR) darstellen.

Der Ortschaftsrat Reichstädt tagte am 04.November 2010 im Niederen Gasthof

Der Ortschaftsrat Reichstädt tagte am 04.November 2010 im Niederen Gasthof

Herr Roland Kröhnert als OR-Vorsitzender begrüßte weitere sechs Mitglieder des OR sowie zehn anwesende Bürger.

Das erste Thema betraf die erforderliche Dorfbachsanierung welche bereits in vorangegangenen Versammlungen immer wieder zur Sprache kam. Herr Kröhnert teilte mit dass aus bestimmten Gründen das bisherige Ingenieurbüro seitens der Stadt ausgetauscht wurde und nun ein anderes die weiteren Planungen vorantreiben soll. Der OR hofft dass damit jetzt keine Kostenerhöhungen einhergehen und weiter subjektiv empfunden Zeit ungenutzt verstreicht und für den Bürger sichtbar immer noch keine Aktivitäten in absehbarer Zeit beginnen werden. Denn das nächste Unwetter mit lang anhaltenden Niederschlägen kommt bestimmt! Herr Kröhnert konnte noch mitteilen dass im Februar bzw. März des nächsten Jahres dazu eine Einwohnerversammlung mit den zuständigen Verantwortlichen stattfinden wird.

Als zweiten Tagesordnungpunkt befasste sich der OR mit dem genauso wichtigen Problem der Brückensanierung am unteren Feuerwehrgerätehaus, welche nun offenbar keine mehr sein wird denn diese alte, marode Brücke soll einem Neubau weichen. Dazu wurden bereits seitens der Stadt Kostenschätzungen angestellt welche besagen dass mit mindestens 160.000 Euro zu rechnen ist! Das ganze Projekt wird zwar fördermittelrelevant sein aber welcher Eigenanteil bei der Stadt verbleiben wird konnte zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht verlautbart werden. Es ist erwartungsgemäß eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgesehen. Jedoch gibt es bis jetzt keine Aussagen zur Tonnagebegrenzung. Im Gespräch wären hier 3,5 Tonnen.

Als Nächstes wurde das so genannte „Regen-Rückhaltebecken“ zwischen den Wohngebieten Ziegelgrund I und Ziegelgrund II angesprochen dass entgegen seiner geplanten Funktion im Niederschlagsfall, gerade bei extremen Wetterlagen, kein bisschen an den anfallenden Wassermengen aufzunehmen vermag. Über die Gründe kann derzeit nur spekuliert werden und es sollte laut Herrn Kröhnerts Aussage am gestrigen Montag mit den Verantwortlichen der Stadt (OB Kerndt dem Vernehmen nach) und des Abwasserzweckverbandes ein Vor-Ort-Termin stattfinden um den Sachverhalt für die betroffenen Anlieger schnellstens zu klären.  

Ein äußerst wichtiger Punkt wurde als Viertes behandelt, die Vorlage eines dezimierten Winterdienst-Einsatzplanes, ausgegeben vom Bauamt mit der Bitte um umgehende Stellungnahme des OR, für das zukünftige Beräumen der öffentlichen Reichstädter Straßen, Wege und Plätze. Allen OR-Mitgliedern war nicht klar wie die vier vorgeschlagenen Kategorien mit unterschiedlichen Prioritäten bezüglich Beräumungszeiten und –intervallen zu deuten wäre da diese Liste nicht selbsterklärend vorbereitet wurde. Es geht zumindest hervor dass wichtige Anliegerstraßen wie die Neue Siedlung, Blochmannring u.a. wohl gar nicht mehr oder nur noch äußerst eingeschränkt beräumt werden sollen. Nach umfänglicher Diskussion der Ortschaftsräte wurde klar Stellung bezogen dass dieses vorgelegte Papier aus dem Bauamt mit seiner jetzigen inhaltlichen Aussagekraft (soweit das aufgrund der Unklarheiten überhaupt beurteilt werden kann) abgelehnt und generell verlangt wird, den bisherigen Beräumungsumfang und die –intensität beizubehalten. Zu diesem ganzem Wirrwarr passt die Anmerkung des Ortschaftsratsvorsitzenden dass wohl der OB zu dem Papier gemeint hätte “das kann man den Bürgern doch nicht antun und er wäre grundsätzlich dagegen solche Einschränkungen gegenüber den Anliegern durchzusetzen”. Ohne weiteren Kommentar…

Durch einen der noch drei aktiven Redakteure der „Reichstädter Nachrichten“, R.-J.Herrklotz, wurde das nächste schwierige Thema als zentrale Frage im OR angesprochen: Wie geht es in absehbarer Zeit mit unserer Dorfzeitung weiter? Es finden sich immer weniger Reichstädter welche auch mal einen kleinen oder größeren inhaltlichen Beitrag für die RN liefern. Die Abonnentenzahlen sind zwar konstant aber der persönliche Aufwand, die fehlenden Themen (obwohl es sicher genug vom dörflichen Leben zu berichten gäbe) und manchmal verständlicherweise die Motivation liefern weitere Gründe, das monatliche Blatt in Reichstädt vielleicht schon bald einstellen zu müssen. Auch zu diesem Punkt wurde intensiv diskutiert und es wurden auch manche Vorschläge gemacht. Entscheidend ist aus Sicht vieler Anwesender vor allem die spürbar höhere Beteiligung der Nutzer bei den benötigten Lesebeiträgen!

Es wurden noch weitere Themen angesprochen wie die ursprünglich horrende Erhebung einer Verwaltungsgebühr seitens der Stadt anlässlich des Festumzuges zum 125-jährigen Jubiläum der Reichstädter Feuerwehr welche aber seitens des OR erfolgreich abgemildert werden konnte. Es kam auch (wieder mal) das im Frühsommer vom Elternrat der Grundschule angeschobene Problem der dringend sanierungsbedürftigen Turnhalle und des völlig desolaten Sportplatzes zur Sprache. Herr Kröhnert konnte als Vertreter des betroffenen Ortsteiles nur soviel mitteilen dass die notwendigen Mindest-Baumaßnahmen zumindest in der als Entwurf bestehenden Planung des Doppelhaushaltes 2011/2012 mit aufgenommen worden sind. Ob und wenn ja in welcher Höhe dazu Fördermittel, z.B. aus dem ILE-Programm fließen könnten ist offiziell nicht bekannt. Die morgen Abend im Stadtrat erwartete Debatte zur Aufhebung der von der Stadt eingeführten Straßenausbausatzung wurde auch hier im OR nochmals aufgegriffen und diskutiert. 

Ein letzter wichtiger Punkt war die dem OR vorliegende Anfrage der kürzlich im Dippser Ortsverband gewählten CDU-Kandidatin für die am 29.Mai nächsten Jahres stattfindende OB-Wahl, Frau Kerstin Körner. Wie zu Ihrer Nominierung Mitte Oktober schon angekündigt erklärte sie sich bereit zu einer der nächsten OR-Versammlungen in Reichstädt die hoffentlich zahlreichen Fragen, Wünsche und vielleicht auch Anregungen und Ideen der Einwohner für eine bessere bürgernahe Verwaltungsarbeit beantworten und aufnehmen zu wollen. Sicherlich wird sie auch ihre Ziele als eventuell neue Dippser Oberbürgermeisterin den interessierten Bürgern aufzeigen. Der Termin in Reichstädt könnte also schon Anfang Januar sein, die StattZeitung wird dazu an dieser Stelle informieren und den konkreten Zeitpunkt mitteilen.

Zu allen angeführten Themen bleibt die StattZeitung natürlich am Ball und wird zu gegebener Zeit wieder berichten.

Die letzte öffentliche Ortschaftsratsversammlung des Jahres 2010 findet am 2.Dezember um 19:30 Uhr in Reichstädt, Niederer Gasthof, statt. Alle interessierten Bürger sind dazu herzlich eingeladen.

Für weitergehende Fragen, Wünsche, Anregungen und auch Kritik stehen der OR-Vorsitzende Herr Kröhnert unter der Tel.-Nr. 0171-5022075 und sein Stellvertreter Herr Falk Hennig telefonisch unter 618511 gern zur Verfügung.